| Zurück zur Berlin-Seite 1 17. Juni 1953 |
für Quereinsteiger |
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Das Berliner Rathaus am Alexanderplatz
(Alex). 1861 - 1869 nach Entwürfen von Hermann Friedrich Waesemann, im modernisierten romanischen Stil aus roten Backstein erbaut, deshalb auch Rote Rathaus genannt. (Unabhängig von den dort gerade regierenden Parteien.) Der Turm ist 74 m hoch und erinnert ein wenig an den Big Ben in London. Bis 1945 Sitz der Stadtverordnetenversammlung und des Oberbürgermeisters von Groß-Berlin. Im II. Weltkrieg teilweise zerstört. 1951 - 56 wurde es wieder aufgebaut. Bis 1990 war es dann Sitz der Ost-Berliner DDR-Stadtverordnetenversammlung und des Oberbürgermeisters von Ost-Berlin. Nach der Wiedervereinigung (3. Oktober 1990), weht auf dem Turm die Fahne mit dem ![]() Wappen der Bundeshauptstadt - dem Berliner Bär. 1991 ist die Senatskanzlei mit dem Büro des Regierenden Bürgermeisters von Berlin aus dem Rathaus Schöneberg ins Berliner Rathaus umgezogen. ************************************************************************************************** Der Ursprung des Alexanderplatzes ist ein Viehmarkt, der dort noch bis in das 19. Jahrhundert vor dem Georgentor (bis 1701 - danach Königstor), außerhalb der Berliner Stadtmauer stattfand. Er wurde nach der Errichtung der Zollmauer und nach dem 1746 abgerissenen Königstor in der Berliner Festungsmauer, Königsplatz genannt. Ab dem späten 18. Jahrhundert wurde der südliche Teil des Marktes als Exerzierplatz genutzt und der Platz bekam den Namen Paradeplatz. Seinen Namen Alexanderplatz erhielt er am 25. Oktober 1805 während eines Besuchs von Zar Alexander I. in Berlin. ************************************************************************************************** Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches 1918 und Neubildung der Stadt Berlin 1920 wurde der Berliner Bär als Wappentier frei und neu gestaltet zum Wahrzeichen des republikanischen Berlins. Am 22. März 1280 ist er auf einem Gildebrief der Berliner Kürschner das erste Mal urkundlich abgebildet, mit dem Hinweis "Ich bin das Siegel der Bürger von Berlin". ![]() Mühlendammschleuse Hinter dem "Historischen Hafen Berlin" (rechts im o. Foto), am Märkischen Museum (roter Turm), in der Nähe vom U-Bahnhof Märkisches Museum (U2), ![]() wurde 1939 zu Ehren des Berliner Bären die Bärenanlage im Köllnischen Park eingeweiht, die heute unter Denkmalschutz steht, aber mit ihren 480 Quadratmeter Fläche nicht mehr einer artgerechten Haltung entspricht und in dem
![]() jetzt leider nur noch zwei Braunbären als lebendige Berliner Wappentiere zu sehen sind. Der männliche Braunbär Tilo, linkes Foto, musste wegen einer Erkrankung an Lymphknotenkrebs im April 2007 leider eingeschläfert werden. Nach Beschluss des Bezirksamts Mitte und dem Verein Berliner Bärenfreunde e.V. hat nun das "Amt" der Stadtbärin die ältere der beiden Bärendamen Schnute übernommen.
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Berlins schönster Brunnen, der Neptunbrunnen,
wurde 1891 nach einem Entwurf Reinhold Begas von Johannes Götz gestaltet. Auch Erbauer des Schillerdenkmals vor dem Schauspielhaus am Gendarmenmarkt und des Bismarck-Nationaldenkmals am Großen Stern im Tiergarten. Mit seinem weitesten Durchmesser, des Brunnenbeckens aus roten polierten Granit, von 18 m und einer Höhe von ca. 10 m, zählt er zu den größten bildkünstlerischen Brunnenanlagen der Welt und gilt als Hauptwerk von Begas und Götz. **************************************** Er war ein Geschenk des Berliner Magistrats an Kaiser Wilhelm II. (1859-1941). Bis 1951 stand er auf dem Schlossplatz, zwischen dem Berliner Stadtschloss und dem Marstall. Nach Reparaturen bzw. Neuguss der Bronzefiguren wurde er 1969 in die Parkanlage vor dem Berliner Rathaus aufgestellt. Er steht heute unter Denkmalschutz. Im Hintergrund der Berliner Dom. **************************************** Der Dreizack des Meeresgottes Neptun, im Volksmund auch Forke genannt, veranlasste damals die Berliner, den Brunnen spöttelnd Forckenbecken zu nennen, in Anlehnung des Namens vom damaligen Oberbürgermeister Berlins (1878-1893), Maximilian F. A. von Forckenbeck. Neptun wird unter anderem von vier weiblichen Figuren umringt, die Rhein, Elbe, Oder und Weichsel darstellen. Der Volksmund spricht auch von "den einzigen Berlinerinnen, die den Rand halten können". |
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Das
Neue Stadthaus (wie es damals hieß) mit dem
großen Walmdach, am Molkenmarkt, hinter dem Roten Rathaus. Am Molkenmarkt war einst das Zentrum der alten Kaufmannssiedlung Berlin. 1902 bis 1911 nach Plänen des Architekten Ludwig Hoffmann (*1852; +1932) als Vierflügelanlage auf leicht trapezförmigem Grundriss errichtet. Es wurde für die Berliner Stadtverordneten als zusätzliches Gebäude zum Roten Rathaus, zur Beherbergung einiger Abteilungen des Groß-Berliner Magistrats, sowie eines Festsaales erbaut. Der Turm mit der Glücksgöttin "Fortuna" auf der Spitze, erreicht die stolze Höhe von über 100 m. Der Berliner Stadtbaurat Hoffmann prägte von 1896 bis 1924 maßgeblich die kommunale Bautätigkeit. Er schuf das Märkische Museum, das Rudolf-Virchow-Krankenhaus sowie die Heilanstalten und Krankenhäuser in Berlin-Buch. Nach seinen Entwürfen entstanden zahlreiche öffentliche Gebäude und Anlagen, Badeanstalten, Brücken, Denkmale, Feuerwachen, Schulen und Verwaltungsgebäude. Er vollendete auch den Bau des Pergamonmuseums. Nach dem II. Weltkrieg war das Gebäude ab 1945 Sitz des ersten Nachkriegsmagistrats. Dann hatte hier der Ministerpräsident der ehemaligen DDR und der DDR-Ministerrat bis 1990 seinen Amtssitz, der das Gebäude in Altes Stadthaus umbenannte. Heute dient es der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Die Restaurierungsmaßnahmen am Alten Stadthaus in Berlin-Mitte wurden an der Hauptfassade bereits 2006 abgeschlossen und auch die kupferne ![]() Figur der "Fortuna" als höchste Freiplastik der Stadt Berlin auf der Kuppel des Turms wieder aufgestellt. 1951 verschwand diese Statue, konnte aber durch eine Spende von 125.000 Euro des Unternehmers Peter Dussmann nachgebildet werden. |
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| Fernsehturm
(auch Telespargel, Protzkeule, Ulbrichts Kathedrale
oder Biss-Mark-Turm genannt) am Alexanderplatz (Alex), zwischen 1965 und 1969 nach Entwürfen von Fritz Dieter und Günter Franke sowie mit der künstlerischen Beratung von Hermann Henselmann erbaut. Die unterhalb des Turms gelegenen Pavillonbauten wurden nach Plänen von Walter Herzog, Heinz Aust und Rudolf Heider bis 1972 fertig gestellt. Er ist das höchste Gebäude Berlins mit einer Gesamthöhe von ehemals 365 m, nach dem Mauerfall saniert - mit neuer höheren Antenne versehen - jetzt 368 m, der dritthöchste und einzige Fernsehturm Europas, der mitten in der Stadt steht. Die Höhe hatte, so sagt die Legende, Walter Ulbricht festgelegt, damit jedes Schulkind sie sich merken könne: 365 Meter, so viele wie das Jahr Tage hat. In Verbindung mit der damals nahe liegenden Pracht- und Paradestrasse Karl-Marx-Allee (Stalinallee) - fast vom Alex, über den Strausberger Platz bis Frankfurter Tor - später auch mit dem Palast der Republik am Alex, entstand hier ein weithin sichtbares, repräsentatives DDR-Bauwerk für den sozialistischen Teil Deutschlands im ehemaligen Ost-Berlin. In der 32 m Durchmesser großen Kugel in 207 m Höhe, befindet sich ein Telecafé - Rundum - Aussichtsrestaurant mit 200 Plätzen, welches sich in 60 min, zweimal um die eigene Achse dreht. Zu DDR-Zeiten drehte es sich nur einmal in 60 min, deshalb wird auch heute diese Umdrehung des Restaurants als Turbo-Kapitalismus bezeichnet. Herzlichen Dank an Herrn Guber aus Berlin-Friedrichsfelde, für folgende Information: Der Fernsehturm wurde von den Ost-Berlinern manchmal auch "Biss-Mark-Turm" genannt: "Jeder Biss ne´ Mark", bezogen auf die damals höheren Preise im Turm-Restaurant. Öffnungszeiten: März bis Oktober tägl. von 9 bis 24 Uhr November bis Februar tägl. von 10 bis 24 Uhr Hinweis: Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang für Behinderte, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, nicht möglich. ********************************************************************************* Im Hintergrund des oberen, linken Fotos (Aufnahme vom Kuppel-Außenrundgang des Berliner Doms im April 2000), das Hochhaus Park Inn Hotel, dazwischen die Marien-Kirche neben dem Fernsehturm, mit ihrer wertvollen marmornen Barock-Kanzel von Andreas Schlüter. Links im Vordergrund, das ehemalige Palasthotel, zu DDR-Zeiten das " 1. Haus am Platz ", wurde nach der Wiedervereinigung von der schwedischen Radisson-Hotel-Kette übernommen. ![]() Der Komplex wurde abgetragen und an gleicher Stelle nach Plänen des russischen Architekten Sergej Tchoban das neue Berliner Stadtquartier an der Spree (März 2004), Dom Aquarée mit Meerwasser-Turmaquarium inmitten des neuen Radisson Hotels, aufgebaut. Das Gewässer in die Architektur mit einzubeziehen, war eine der Maßgaben bei der Neugestaltung. ![]() Der AquaDom ist das weltweit größte freistehende Turm-Aquarium, in dem man mit einem doppelstöckigen Panoramalift durch 1 Mio. Liter Wasser gleiten und die exotischen Meerwasserbewohner bestaunen kann. |
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Der
modernisierte
S- und Fernbahnhof Friedrichstraße, vor dem Mauerfall der einzige "Einreise S-Bahnhof" nach Ost-Berlin in die DDR. Rechtes Ufer der Spree - das Reichstagufer, links - der Schiffbauer Damm. Von dieser Sicht aus, hinter dem Bahnhof, steht noch immer das ehemalige DDR-Zollkontrollgebäude, in dem viele "West-Besucher" |
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nach Verabschiedung von ihren Verwandten
bei der
DDR-Ausreise vor Leid geweint haben. Deshalb wird das geschichtsträchtige Gebäude bis heute als "Tränenpalast" bezeichnet. Nach der "Wende" wurde es ein Haus für kulturelle Veranstaltungen. Damals: - DDR-Tagesbesuch bis 24:00 Uhr - "Eintrittsgeld" 25,00 DM/Person für den Umtausch 1:1 in DDR-Mark. 17 Jahre nach der Wiedervereinigung sollte es abgerissen werden. Nun scheint es doch noch eine Rettung für dieses Haus zu geben und kann eventuell als Teil des Mauermuseums erhalten bleiben. Diese Auflage, zum Erhalt des Gebäudes, bekam der neue Grundstückseigentümer, der hier - hinter dem Bahnhof (vorherige Foto) - ein 10 Etagen Geschäftshaus auf dem Filetgrundstück am Bahnhof Friedrichstraße ab 2007 errichtet hat. |
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Der "Admiralspalast" und das
"Kabarett-Theater DISTEL" in der Friedrichstrasse, direkt am S- und Fernbahnhof. Der Admiralspalast, zu DDR-Zeiten "Metropol Theater" wurde nach gründlicher, denkmalgerechter Restaurierung im August 2006 wieder eröffnet. Ein traditionsreicher Multifunktionsort, mit Theater, Comedy und Chansons. Es gehört zu den wenigen großen Vergnügungsstätten des "alten Berlin", aus den Anfängen des zwanzigsten Jahrhunderts (1911), die den II. Weltkrieg weitgehend unzerstört überlebt haben. Das Kabarett-Theater DISTEL ist das größte Ensemble-Kabarett Deutschlands. Mit ihrer politischen Satire - in der Nähe zum Reichstagsgebäude und Kanzleramt gelegen, ist es für sie ein Anreiz, der scharfe "Stachel am Regierungssitz" zu sein. |
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In der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße, ca. 350 m links vom Schiffbauer Damm
entfernt, befindet sich der Friedrichstadtpalast in der Friedrichstraße. ![]() |
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In Paris gibt es das "Folies
Bergère", in
Berlin den Friedrichstadtpalast. Der neue Friedrichstadtpalast wurde 1981-1984 nach Plänen mehrerer Architekten unter der Leitung von Walter Schwarz im modernen DDR-Plattenbau errichtet. Er birgt neben modernster Bühnentechnik Platz für über 1800 Zuschauer. Das größte Revuetheater Europas trägt einen traditionsreichen Namen. Der berühmte Vorgängerbau stand ganz in der Nähe und war 1869 als erste Markthalle Berlins errichtet worden, ab 1874 wurde er zum Zirkusgebäude. 1919 übernahm der Theatermann Max Reinhardt das Haus, 1924 zog Erik Charells Revuetheater ein, ab 1933 erhielt es den Namen "Theater des Volkes", mit dem Schwerpunkt Berliner Operette. Nach dem II. Weltkrieg konnte das Gebäude als Unterhaltungstheater schon 1945 wieder in Betrieb genommen werden. Grundwasserschwankungen bereiteten dem auf Holzpfählen in den Märkischen Sand gebauten großen Traditionshaus ein Ende. Aufgrund der morschen Pfähle musste der alte Friedrichstadtpalast 1980 seine Pforten schließen, 1986 erfolgte der Abriss. *************************************************************************************** Die Friedrichstraße wurde nicht nach Friedrich II. ( Der Alte Fritz ) benannt, sondern nach seinem Großvater König Friedrich I. Kurfürst Friedrich III. krönt sich am 18. Jan. 1701 in Königsberg als Friedrich I. zum König in Preußen. Die Stadt wurde 1255 durch deutsche Ordensritter gegründet und war bis Ende des II. Weltkriegs die Hauptstadt der ehemaligen preußischen Provinz Ostpreußen. Heute heißt sie Kaliningrad und ist die Hauptstadt des Kaliningrader Gebietes (Förderationseinheit), einer russischen Exklave zwischen Polen und Litauen mit Zugang zur Ostsee. *************************************************************************************** |
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Das ARD-Hauptstadtstudio am
Reichstagufer - rechts der Schiffbauer Damm mit kurzzeitigen Ankerplätzen für Berlinbesucher, die mit ihrer Yacht angereist sind. Es steht in direkter Nähe zum Reichstagsgebäude und zu den Bundestagsbauten. Für politische Nachrichten hat es den attraktivsten Platz in der Bundeshauptstadt Berlin. |
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Hier der Blick vom
S-Bahnhof Friedrichstraße mit
der Sicht zum
Reichstagsgebäude, über die Spree und "Marschallbrücke" (Erneuerung von 1997-99). Der ganze "Stolz", die neue gläserne Besucher-Kuppel (Glas-Ei) auf der Dachterrasse. Die Brücke wurde zu Ehren des Generalfeldmarschalls Blücher (*1742; +1819), so benannt, der maßgeblich zum Sieg der preußischen Truppen in der Völkerschlacht bei Leipzig (16. - 19. Oktober 1813) beigetragen hat. Während der Regierungszeit Friedrich Wilhelm IV. (* 1795; + 1861) befand sich auf der Brücke eine Barrikade des Berliner Märzaufstandes von 1848 gegen die Truppen des Königs, woran eine (schlecht lesbare) Gedenktafel erinnert. Bei der Märzrevolution 1848 kämpfte auch der große Arzt und Sozialpolitiker Rudolf Virchow (*1821; +1902) auf Seiten der Demokraten und war einer der Verteidiger der Barrikade auf dieser Brücke. |
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Siegessäule im Bezirk Tiergarten, auf dem Großen
Stern. Aussichtsplattform in 48 m Höhe, über eine Wendeltreppe mit 285 Stufen im Innern erreichbar. Darüber die 35 t schwere und 8 m hohe vergoldete römische Siegesgöttin Viktoria (auch Victoria), (frühere Bezeichnung - Borussia - Frauengestalt als Sinnbild Preußens) im Berliner Volksmund Goldelse genannt, von dem Bildhauer Friedrich Drake. Beschreibung aus dem Jahr 1900: ...... die in leichter fliegender Bewegung, scheinbar nur mit einem Fuße aufstehend, gleichsam schwebt ......... Wilhelm I. beauftragte 1864 den Baumeister Strack mit der Planung des Monuments, das mit Beutestücken aus siegreichen Feldzügen geschmückt werden sollte. 1873 wurde die Siegessäule nach Plänen von Heinrich Strack erbaut, anlässlich der für Preußen siegreichen Kriege gegen Dänemark 1864, während des Deutschen Krieges 1866 und gegen Frankreich 1870/71. Der Säulenschaft erinnert an ein Kanonenrohr und wurde mit 60 erbeuteten, dann vergoldeten Geschützrohren in die senkrechten Rillen am Säulenschaft (Kanneluren) angebracht. Oberhalb des Sockels der Siegessäule aus poliertem roten Granit, befindet sich eine Säulenhalle deren Umgang von 16 toskanischen Säulen getragen wird. ![]() An der runden Innenwand der Säulenhalle hat der Historienmaler Anton von Werner ("Wirklicher Geheimrat" mit dem Prädikat "Excellenz" - *1843; +1915) das Glasmosaik “Erhebung des Volkes – Auszug der Soldaten“ und die "Verbrüderung der deutschen Stämme" bis hin zur deutschen Einheit "Kaiserproklamation" geschaffen. ![]() Am quadratischen Sockel aus rotem Granit zeigen Bronzereliefs Szenen aus den Befreiungskriegen. Bis 1938 stand die Siegessäule auf dem ehemaligen Königsplatz, dem heutigen Platz der Republik, vor dem Reichstagsgebäude. Ihr gegenüber stand das Bismarck-Nationaldenkmal. Im Rahmen der Umbauarbeiten für die Ost-West-Achse versetzten die Nationalsozialisten die Säule auf den Großen Stern und erhöhten sie um eine Trommel. ![]() Das Bismarck-Nationaldenkmal am Großen Stern, 15 m hoch. Fürst Otto von Bismarck, preußischer Ministerpräsident von 1862-90. * 01.04.1815 in Schönhausen bei Stendal, + 30.07.1898 in Friedrichsruh bei Hamburg. Vier Figuren zu Füßen Bismarcks versinnbildlichen folgende Darstellungen: Die Figur links, Sibylle auf dem Rücken der Sphinx, in der Mitte, Atlas mit der Weltkugel, auf der rechten Seite, Frauengestalt mit besiegtem Tiger und auf der Rückseite, Siegfried, das Schwert schmiedend. 1901 erbaute Reinhold Begas (*1831 / +1911) das Bismarck-Nationaldenkmal. Ehemals stand es auch, bis 1939, auf dem Königsplatz (heute Platz der Republik), vor dem Reichstagsgebäude - gegenüber der Siegessäule. ************************************** Am 18. Januar 1871 wird durch den Ministerpräsident Otto von Bismarck das Deutsche Kaiserreich mit Wilhelm I. (*22.03.1797 in Berlin, + 09.03.1888 in Berlin) - König von Preußen seit 1861 - als Deutscher Kaiser proklamiert. Dafür wurden unzählige Gedenkstätten (Bismarck-Kult) errichtet. Bismarck war 1871 mit der Einigung Deutschlands unter preußischer Führung - Gründung des (zweiten) neuen "klein deutschen" Reiches - durch seine geschickte Bündnispolitik und mit Hilfe mehrerer Kriege am Ziel. Die Einführung der Sozialgesetzgebung und Krankenversicherung vom 15. Juni 1883 durch Bismarck, wird als revolutionärer Akt der damaligen Zeit angesehen. Der Inhalt der Verordnung: Alle Arbeiter werden Pflichtmitglieder in der zu schaffenden Versicherung. Finanziert werden soll sie zu zwei Dritteln von den Arbeitnehmern und zu einem Drittel von den Arbeitgebern. Zur Person und Lebensleistung des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck mögen die Menschen von heute ganz unterschiedliche Meinungen haben. Der politische Baumeister eines im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erstmals geeinten Deutschlands, wirkt auch mehr als hundert Jahre nach seinem Tode im geschichtlichen Bewusstsein unseres Landes weiter. 1865 erhält er den Grafentitel verliehen, 1871 den Fürstentitel. Er wurde 1871 erster Kanzler des deutschen Reiches - Reichskanzler und fungierte weiterhin als preußischer Ministerpräsident. Im Jahr 1880 wurde er zusätzlich preußischer Minister für Handel und Gewerbe. Nach einem Streit mit dem jungen Kaiser Wilhelm II. erfolgt am 20.03.1890 seine Entlassung als Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident. Nach seiner "Abdankung" erhält er noch den Titel eines Herzogs von Lauenburg, hat diesen aber nie verwendet. ******************************************************************************** Der Große Stern: Der Tiergarten war das ehemalige Jagdgehege der Kurfürsten. Vom Exerziergebäude (Langer Stall) in Potsdam, stammten gelbe Sandsteinfiguren, im Volksmund respektlos Puppen genannt, die Friedrich der Große zur weiteren Ausschmückung des Zentralen Platzes des Tiergartens in Berlin aufstellen ließ. 12 bis 16 Statuen sollen es gewesen sein, die mythologische Gottheiten verkörperten. Unter ihnen befand sich Bacchus, Flora, Ceres, Feronia, Pompana und Felicitas. Ein Spaziergang aus der Stadt "bis in die Puppen" galt als langer Weg, so dass in Abwandlung diese Redensart auch auf langen Schlaf oder auf lange Feiern in Anwendung gelangte. Siehe auch weiter unten das Foto "Lapidarium". Der Platz wurde 1698 durch den Hofjäger Hemmerich angelegt. Sechs Alleen bildeten mit der Landstrasse nach Charlottenburg einen achtstrahligen Stern. **************************************************************** Die Straße des 17. Juni seit 22.6.1953 auf Beschluss des West-Berliner Senats zum Gedenken an die Opfer des Arbeiteraufstandes in Ost-Berlin und der DDR am 17. Juni 1953 so benannt. Die Straße (Sandweg) entstand 1697, ursprünglich angelegt von Friedrich I., in Zusammenhang mit dem Bau des Schlosses Lietzenburg (Charlottenburg) als Verbindungsweg zum Berliner Stadtschloss und führte seit 1705 den Namen Charlottenburger Chaussee. Das Teilstück Ernst-Reuter-Platz bis S-Bahnhof Tiergarten hieß Berliner Straße. Dort wo sich heute der Ernst-Reuter-Platz mit seinen 180 m Durchmesser befindet, machte der Weg einen Knick. Ab 1830 wurde diese Stelle offiziell "Am Knie" genannt, später nur noch "Knie" - bis 1953, als der Platz nach dem verstorbenen Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter (* 29.7.1889 /+29.9.1953), Amtszeit vom 7.12.1948 bis 29.9.1953, umbenannt wurde. Auf der Mittelinsel befinden sich zwei von Düttmann entworfene Wasserbecken mit 41 Fontänen, die nachts angestrahlt werden. ![]() Die Straße des 17. Juni verläuft vom Ernst-Reuter-Platz über die Charlottenburger Brücke, weiter über den Großen Stern (Siegessäule), bis zum Brandenburger Tor. ![]() Die Charlottenburger Brücke, 1905-1908 nach Plänen von Heinrich Baucke erbaut, mit den kolonnadenartigen Torbauten (von B. Schaede) auf der einstigen Stadtgrenze nach Berlin. Die zum Ende des II. Weltkrieges zerstörten und später abgerissenen 22 Meter hohen und reich verzierten Kandelaber auf der westlichen Seite des Tores sind von 2007- 2010 rekonstruiert und neu aufgebaut worden. Die Galerien, als Kronen der Kandelaber ausgeführt, haben einen Durchmesser von fünf Meter. Sie beleuchteten ursprünglich die Brücke über den Landwehrkanal. Die Torbauten waren als Gegenstück zum Brandenburger Tor und zur Betonung des Weges vom alten Zentrum Berlins nach Charlottenburg gedacht (hier der Blick zur Siegessäule). Beim Ausbau (1936) der damaligen Charlottenburger Chaussee zur Ost-West-Achse durch die Nationalsozialisten, wurden die Torbauten an den Rand der Straße, auf die heutigen Standorte auseinandergesetzt. Die Straßenbreite wurde so angelegt, dass sechs Panzer nebeneinander fahren konnten. Die Verbreiterung der Charlottenburger Chaussee zerteilte den Tiergarten gewaltig. Der Ausbau der Paradestraße - "neue Siegesallee" - sowie weiterer Straßen und die Umsetzung der Siegessäule zum Großen Stern zerstörten die von Peter Josef Lenné (*1789; +1866) geprägte Gestalt des Tiergartens. Hitlers und Speers Germania-Planungen der Welthauptstadt wurde ein Teil des Tiergartens geopfert. Die ursprüngliche Siegesallee mit den zahlreichen Denkmälern (Puppen) wurde 1938 an diese Stelle "umgesetzt", zur Triumph- und Paradestraße neu ausgebaut, die zur "Großen Halle des Volkes" im Spreebogen führten sollte. Auf der Charlottenburger (Stadteingangs-) Torseite, sind übergroße Standbilder mit König Friedrich I. (südlich) und Königin Sophie Charlotte (nördlich), auf ein Modell des Charlottenburger Schlosses weisend, angebracht.
![]() **************************************************************** Der 17. Juni 1953, die erste Volkserhebung gegen die Diktatur in der damaligen SBZ (Sowjetische Besatzungszone) In über 600 Orten der SBZ (= DDR) streikten an diesem Tag ca. 225.000 Arbeiter, dazu in Ost-Berlin etwa 150.000. An den Demonstrationen beteiligten sich insgesamt fast 500.000 Menschen der SBZ. Sie wurde ausgelöst durch Proteststreiks von 300 Ost-Berliner Bauarbeiter auf der Baustelle am Strausberger Platz im Bezirk Friedrichshain, gegen die beabsichtigten Arbeitsnormenerhöhungen am 16.6.1953. Am 17.6.1953 kam es in Ost-Berlin und fast allen Städten der DDR zu spontanen Protestaktionen, besonders der Arbeiter der Großbetriebe, gegen die DDR- Regierung, welche die Form eines ersten unbewaffneten Volksaufstandes annahmen. Hierbei wurden Amtsgebäude gestürmt, Akten verbrannt, Gefängnisse geöffnet, Volkspolizisten entwaffnet und SED-Funktionäre verjagt. Die rote Fahne der UdSSR auf dem Brandenburger Tor wurde von mutigen Demonstranten heruntergerissen. Die Demonstranten forderten den Rücktritt der DDR-Regierung und freie Wahlen. Acht Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges war es undenkbar, dass die Moskauer Regierung die SBZ (DDR) aufgegeben hätte, aus politischen wie wirtschaftlichen Gründen. Die UdSSR saugte die DDR mit Repressalien und Hilfe der enteigneten Großunternehmen aus. Vor allen Dingen brauchte sie auch die Uran-Vorkommen der DDR im Gebiet von Wismut, um ihre eigene Atomindustrie aufzubauen und nach den USA zur zweiten Atommacht zu werden. Am Nachmittag des 17. Juni 1953 fuhren sowjet. Panzer auf, angesichts deren die Erhebung zusammenbrechen musste. Das DDR- Regime sicherte sich durch anschließende Verhaftungen und Vollstreckung zahlreicher Todesurteile. ******************************************************************************************************** ![]() Der Strausberger Platz heute, erbaut von einem Architektenkollektiv um Hermann Henselmann, im Stil des Sozialistischen Klassizismus - auch als "Zuckerbäckerstil" bezeichnet. In der Mitte des Platzes befindet sich seit 1967 ein großer Brunnen, der von dem Kunstschmied Fritz Kühn geschaffen wurde. Er besteht aus 16 geschmiedeten Kupferplatten mit Ornamenten und trägt den Namen "Schwebender Ring". Zwischen dem Strausberger Platz und dem Frankfurter Tor (unten) entstand zwischen 1951 bis 1964 die Pracht- und Paradestraße des ehemaligen Ost-Berlin der DDR, die damalige Stalinallee - nach der Entstalinisierung (19. Nov. 1961), die heutige Karl-Marx-Allee. Die Allee hieß bis zum 21. Dez. 1949 (70. Geburtstag Stalins) ursprünglich "Große Frankfurter Straße". ![]() Die Architektur der Häuser passte sich mit seinen, den an der Westseite des Platzes liegenden Gebäude, die symmetrisch angeordnet wurden und durch ihre Gebäudehöhe wie ein Stadttor wirken, an den Namen des Platzes - Frankfurter Tor - an. Die auffälligen zwei Turmhochhäuser mit den Kuppeln, die mit ihrer Bauweise den Gontardschen Kuppeln des Deutschen- und Französischen Dom am Gendarmenmarkt in Mitte sehr ähneln. ********************************************************************************************************** Die Bundesrepublik Deutschland erklärte den 17. Juni, in Erinnerung an den verzweifelten Protest und der zahlreichen Toten (weit über 100 !) der Bevölkerung in der SBZ (= DDR), zum Tag der Deutschen Einheit. Nach der Wiedervereinigung "beider deutscher Staaten" am 3. Oktober 1990 (neuer nationaler Feiertag), wurde der Gedenktag 17. Juni abgeschafft und ist hierdurch bei der jüngeren deutschen Bevölkerung leider auch ein wenig in Vergessenheit geraten. ![]() Ehrung der, durch das "Sozialistische Regime", erschossenen Opfer mit Kranzniederlegungen (Foto vom 17. Juni 2004) an der Berliner Gedenkstätte des 17. Juni 1953 auf dem Urnenfriedhof Seestraße im Bezirk Mitte (Wedding+Tiergarten+Mitte), durch die Bundesregierung, dem Abgeordnetenhaus von Berlin, den führenden demokratischen Parteien und einigen Verbänden. |
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Ausblick von der oberen Besucherplattform
der Siegessäule (Großer Stern), über die Straße des 17. Juni bis zum Brandenburger Tor nach Berlin-Mitte. Folgende Bauten von links gesehen: Das Reichstagsgebäude, Park Inn Hotel, Internationale Handelszentrum, der Telespargel, Berliner Dom, das Rote Rathaus, davor der Palast der Republik, das Brandenburger Tor, Hotel Adlon, dahinter der Turm vom Alten Stadthaus sowie die Kuppel der St.-Hedwigs-Kathedrale, des Französischen - und Deutschen Doms am Gendarmenmarkt. Von hier aus nicht zu erkennen, dass Sowjetische Ehrenmal, kurz vor dem Brandenburger Tor (links). |
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Spuren
des II. Weltkrieges in Berlin, Grabstätte und Ehrenmal Berlin-Tiergarten. Hinter der rechten Baumgruppe erkennt man das Reichstagsgebäude. Der am 23. August 1939 von Stalin und Hitler unterschriebene "Nichtangriffspakt" - "Hitler-Stalin-Pakt", wurde am 22. Juni 1941 von Hitler mit dem Überfall auf die Sowjetunion - Deckname "Unternehmen Barbarossa" - gebrochen. In knapp vier Jahren starben hierbei 40 Millionen Menschen, davon ca. 20 Millionen Russen. Grabstätte für 2.500 sowjetische Soldaten, die im April und Mai 1945 in den Kämpfen um Berlin getötet wurden. Zugleich Ehrenmal der Sowjetischen Armee für den Sieg - am 9. Mai 1945 - über den Nationalsozialismus. 1945 im Sommer bis Herbst erbaut, eingeweiht am 11. November 1945. Laut einer Legende soll hierfür auch Marmor von Hitlers Reichskanzlei als Baumaterial verwendet worden sein. Bis Dezember 1990 sowjetische Enklave (fremdstaatl. Gebiet) in West-Berlin. Nach dem Mauerfall von der sowjetischen Armee in deutsche Hand übergeben, mit der Verpflichtung es zu pflegen und zu erhalten. |
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Umweltgefährdete Denkmäler im Lapidarium (= Steinsammlung)
in Kreuzberg, Hallesches Ufer 78, des ersten Abwasserpumpwerk Berlins - 1876 in Betrieb genommen - 1972 still gelegt. Seit 1980 technisches Baudenkmal und als Aufbewahrungsort für erhaltenswerte Denkmäler genutzt. Die Statuen und Büsten ("Puppen") der ehemaligen, ursprünglichen "Siegesallee". Das vordere Standbild der linken Reihen - König Friedrich Wilhelm III., ganz rechts im Foto, das Standbild Kaiser Wilhelm I., von Reinhold Begas 1901 erschaffen. Seit Jan. 2008 wurde das Baudenkmal vom Berliner Senat zum Verkauf angeboten. ************************************************************************************* Herzlichen Dank an Herrn Hampel aus Berlin für folgenden Hinweis: Räumlich begrenzt wurde die ursprüngliche "Siegesallee", die heute nicht mehr existiert - gewissermaßen der Tiergartentunnel wäre, vom Rolandbrunnen auf dem Kemperplatz und der Siegessäule (Königsplatz), die damals noch vor dem Reichstagsgebäude stand. ************************************************************************************* Als "Geschenk" Kaiser Wilhelms II. an die Stadt Berlin wurden im Jahr 1895 -1901 im Tiergarten zwischen Kemperplatz und Königsplatz (heute Platz der Republik) in 32 Gruppen überlebensgroße Standbilder sämtlicher brandenburgischen und preußischen Herrscher aus Marmor - von Markgraf Alexander dem Bären bis Kaiser Wilhelm I. aufgestellt. Jedes dieser Denkmäler war von einer Rundbank mit zwei Figuren von berühmten Zeitgenossen des jeweiligen Herrschers umgeben. Sie wurden von den Nazis zur Sternallee umgesetzt, 1950 demontiert, im Hof des Schlosses Bellevue abgestellt und vier Jahre später neben diesem dort vergraben. Erst im Winter 1978/79 wiederentdeckt, waren sie seitdem im Lapidarium, dem in 2008 verkauften ehemaligen Pumpwerk am Halleschen Ufer, untergestellt. Das Gebäude wurde 2008 an die Jenny De la Torre-Stiftung verkauft, die dort bereits seit 2006 ein Gesundheitszentrum für obdachlose Menschen betreibt. Im Mai 2009 wurden 26 Skulpturen der Siegesallee, die Standbilder aus dem Lapidarium, |
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in die
Zitadelle Spandau
aus- bzw. umgelagert,![]() werden hier in der Zitadelle restauriert und sind dann ab 2012 als Teil der neuen Dauerausstellung "Berlin und seine Denkmäler" auf der historischen Festung zu besichtigen. |
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Die Zitadelle Spandau
mit dem Torhaus aus dem Jahre 1680 und den im 13. Jahrhundert errichteten Juliusturm ist eine der bedeutendsten und besterhaltenen Renaissancefestungen Europas, deren Grundform völlig vom Wasser der Havel umgeben ist. Kurfürst Joachim II. ließ im 16. Jahrhundert aus der ehemaligen Burganlage eine Festung nach "neu-italienischer Manier" errichten. ************************************************************************************************** Die Zitadelle Spandau wird manchmal mit dem ehemals in ca. drei Kilometer entfernt gelegenen Kriegsverbrechergefängnis (bis 1987) verwechselt, hat aber mit diesem nichts zu tun.
Das Kriegsverbrechergefängnis Spandau
in dem u. a. der |
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Die ehemalige Kongreßhalle (Schwangere Auster),
1957 im Tiergarten von dem Architekten Hugh Stubbins als amerikanischer Beitrag zur damaligen Bauausstellung errichtet. Nach ihren Teileinsturz 1980, wieder rekonstruiert, dient sie heute als Haus der Kulturen der Welt. Eine große, zehn Tonnen schwere Bronzeskulptur steht in der Mitte des Spiegelteichs vor der Kongresshalle. Das Kunstwerk stammt von dem britischen Bildhauer Henry Moore (*1898; +1986) und heißt "Large Divided Oval Butterfly" = großer Schmetterling. |
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Der Funkturm, von den Berlinern liebevoll "Langer
Lulatsch" genannt. Gesamthöhe 150 m (inkl. Antenne), Aussichtsplattform in 126 m und Restaurant in 55 m Höhe. Er wurde 1924 als Stahlkonstruktion auf Porzellanfüßen nach Plänen von Heinrich Straumer erbaut und 1926, im Rahmen der 3. deutschen Funkausstellung, in Betrieb genommen. Während dieser Ausstellung wurde von ihm das erste Fernsehbild der Welt ausgestrahlt. Noch 1945 wurde durch eine Granate eine Hauptstrebe zerstört und der Turm stand nur auf drei "Beinen", fiel aber nicht um. Zu der furchtbaren Zeit, der Teilung Berlins durch die innerdeutsche DDR-Mauer, war der Funkturm für uns ehemaligen West-Berliner nicht nur das einzige Wahrzeichen mit Sicht - weit über die Mauer hinaus, sondern gab uns trotz Inseldasein auch das Gefühl, endlich zu Hause zu sein, wenn man ihn nach der langen DDR-Autobahnfahrt an der AVUS wieder erblickte ! Reisende, die in Bussen die verhasste "Transitstrecke" von und nach West-Berlin bewältigen mussten, klatschten an dieser Stelle dem Busfahrer erleichtert und frenetisch zu, wenn dieser die Fahrt auch noch ohne besondere Vorkommnisse und relativ schnell beenden konnte. |
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Unter dem Funkturm die AVUS, schnurgerade durch
den Grunewald. Kurzwort für die ehemalige Automobil-, Verkehrs- und Übungsstraße. Im Jahre 1913 wird mit dem Bau begonnen. Der I. Weltkrieg verzögerte aber die Arbeiten. Die Strecke, erst am 19. September 1921 für den Verkehr fertiggestellt und eröffnet, war damit die erste Auto- und Motorradrennstrecke Deutschlands. Schauplatz spektakulärer Geschwindigkeitsrekorde. Rundenrekord 1937 von B. Rosemeyer mit 267 km/h, von R. Caracciola auf der Geraden eine Spitzengeschwindigkeit mit fast 400 km/h. Nach dem tödlichen Unfall von Jean Behra am 01.08.1959 gerät die Avus in die Kritik. 1966 wird die steile Nordkurve abgetragen, die Nordkurve ist heute nicht mehr vorhanden. Links unten im Foto, der ehemalige Nordkurven-Innenraum. Der Hauptgrund war, dass im Jahre 1967 die Avus als Zubringer nach Berlin an das Netz der Stadtautobahn angeschlossen werden musste, die Nordkurve stand diesen Plänen im Weg. Heute ist die AVUS Teil der 8 km langen Stadtautobahn in Richtung Nikolassee (Zehlendorf-Wannsee), durch den Grunewald, weiter zur Autobahn nach Dessau - Leipzig - Hannover - Nürnberg. Am 3. Mai 1998 wehte über der Berliner Avus zum letzten Male die schwarz-weiß karierte Zielflagge. Das letzte Rennwochenende in der 77jährigen Geschichte der Strecke fand sein Ende. Der ADAC veranstaltete am 1. Mai 1999 eine "Abschiedsparty" - mit Rennfahrern, Promis und rund 80 Oldtimern, die noch einmal die Avus-Renngeschichte Revue passieren ließen. Gegenüber der ehemaligen Nordkurve befinden sich noch die alten Zuschauertribünen, von der einst den Helden der Avus zugejubelt wurde. Horizontal rechts dahinter, die heute ebenfalls schon legendäre Deutschlandhalle. Im Vordergrund einige Gebäude der Messehallen auf dem Messegelände. |
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Dieses Denkmal "Motorradfahrer"
steht vor der Einfahrt der AVUS, aufgestellt im Jahr 1989, mit originalen Steinen der und zur Erinnerung an die legendäre Nordkurve. Max Esser schuf 1935 diese Bronzeskulpturen, die noch vor dem II. Weltkrieg gegossen aber nicht mehr aufgestellt wurden. Eigentlich waren es drei Motorradfahrer, hier die zwei der erhalten gebliebenen, im Fahrtwind geduckten Rennfahrerfiguren: Ernst Heune auf einer BMW und Ewald Kluge auf einer DKW (die fehlende mit Heiner Fleischmann auf einer NSU). Im Hintergrund das Internationale Kongresszentrum (ICC). |
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Am südlichen Ende der AVUS, in Nikolassee,
war vor dem Mauerfall auch hier die Freiheit für die West-Berliner Insulaner zu Ende. Ein paar hundert Meter weiter befanden sich die Grenzanlagen der DDR und die Autobahn durch die Sowjetische Besatzungszone begann. Mal ein Kurztrip in das Umland von Brandenburg war hier zum Scheitern verurteilt. Jahrzehntelang trafen sich in dieser Zeit überwiegend Motorradfahrer oben auf der Potsdamer Chaussee, an der "Spinnerbrücke" - so benannt aufgrund manch skurriler Motobiker und ihren "heißen" Maschinen - an der damals nur kleinen Würstchenbude - heute in dem gleichnamigen Restaurant. Diese Tradition hat sich bis heute, auch nach dem Mauerfall, fortgesetzt. |
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Die Aussicht von der oberen Plattform des Funkturms in Richtung
Siemensstadt. Im Foto oben das Kraftwerk Reuter, dann der Theodor-Heuss Platz mit dem Hochhaus des SFB - Sender Freies Berlin, ab 1. Mai 2003 RBB - Rundfunk Berlin Brandenburg und im Vordergrund (rechts) das Haus des Rundfunks in der Masurenallee. **************************************************************************** Das Symbol des Deutschen Rundfunks hatte im Jahr 2006 sein 75jähriges Jubiläum. Nach Plänen des Architekten Hans Pölzig erstellt, wurde es nach nur 2jähriger Bauzeit mit über 1.000 Fenstern und mehreren Sendesälen am 22. Jan. 1931 eingeweiht. Im Sommer 1932 sprach hier zum ersten Mal der zukünftige Propagandaminister der Nationalsozialisten Joseph Goebbels, wobei ihm der damalige Rundfunkkommissar und Radiopionier Hans Bredow noch Anweisungen für seine Rede auferlegen konnte. Zwei Wochen nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verabschiedet sich Hans Bredow von diesem Haus und seinen Mitarbeitern: "Sie müssen verstehen, dass Rundfunkarbeit Dienst am Volke ist und deshalb ganz besonders verpflichtet. Rundfunkarbeit kann nur gedeihen, dort wo ein guter Geist herrscht." Fast die Hälfte aller Mitarbeiter musste gehen, aus rassenideologischen und politischen Gründen. Einige Repräsentanten des Rundfunks der Weimarer Republik kamen sogar ins KZ. Das Haus des Rundfunks wurde zur Zentrale des "Großdeutschen Rundfunks". Der Sendebetrieb erfolgte vom benachbarten Radiobunker, was vielen aber nicht bekannt war. In der Nacht zum 2. Mai 1945 beendet der "Großdeutsche Rundfunk" in Berlin sein Programm. Am Morgen besetzt die "Rote Armee" das Haus an der Masurenallee - der II. Weltkrieg ist aus, das Radio schweigt. Nur 5 Tage nach der Kapitulation ist der Neuanfang mit dem "Berliner Rundfunk". Der Sender wird, trotz der 4 Sektoren-Stadt, von den Sowjets kontrolliert. Die führenden Männer des neuen Senders kommen alle aus dem Moskauer Exil. Das Haus des Rundfunks ist jetzt mit dem kommunistischen Zonen-Sender Ost-Berlins eine russische Enklave im britischen Sektor West-Berlins. Die West-Alliierten haben kein Mitspracherecht, aufgrund dessen die Amerikaner 1946 den Sender "Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS)" gründeten. Im Sommer 1952 riegeln britische Soldaten das Gebäude ab, einen Monat später verlassen die letzten Mitarbeiter des "Berliner Rundfunks" das Gelände und ziehen nach Ost-Berlin um. Ein Haus des Schweigens in der Masurenallee - über vier Jahre lang. 1956 übergeben die Sowjets dann das Gebäude an den West-Berliner Senat. Nach gründlicher Restaurierung und Renovierung kann im Herbst 1957 das Symbol des Deutschen Rundfunks als "Sender Freies Berlin - SFB" weitergeführt werden. Seitdem wird hier öffentlich rechtlich gesendet und über 40 Jahre macht der SFB im Haus des Rundfunks Radio. Nach dem Mauerfall fusioniert der SFB im Jahr 2003 mit dem ORB (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg) zum Rundfunk Berlin Brandenburg - RBB. Sendungen die heute von hier kommen heißen: Inforadio, Kulturradio, Radio Berlin 88,8 und Radio Multikulti. |
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Das Rathaus Schöneberg mit der Freiheitsglocke
feierte im September 2004 seinen 90. Geburtstag. Es war jahrzehntelang das Symbol für die politische Selbstständigkeit West-Berlins, welches im "Kalten Krieg" als Vorposten der Freiheit in der übrigen Welt galt. 1911 - 1914 nach Plänen der Architekten Peters Jürgensen und Jürgen Bachmann erbaut. Das Gebäude hat 600 Räume und Säle, beinhaltet aber auch die scheinbar vergessene Historie des Freiheitswillens der damaligen West-Berliner Bevölkerung, bis zur Wiedervereinigung 1990. Von 1948 bis 1991 war hier der Sitz des Abgeordnetenhauses von West-Berlin und das Büro des Regierenden Bürgermeisters untergebracht. 1950 bekamen das Rathaus und die West-Berliner von den USA die berühmte Freiheitsglocke geschenkt, die seitdem täglich um 12 Uhr über Berlin im Rathausturm schlägt. ![]() (gescanntes Fremdfoto aus alten Zeitungsausschnitten) Am 26. Juni 1963 sprach John F. Kennedy von dem Balkon des Schöneberger Rathauses vor mehr als 250.000 freiheitsliebender West-Berliner, die den Rathausplatz und die umliegenden Straßen füllten, seine weltberühmten Worte: "Ich bin ein Berliner". Rechts im Bild, der damalige Regierende Bürgermeister von West-Berlin (1957 -1966), Willy Brandt. Links im Bild, der damalige Bundeskanzler West-Deutschlands (1949 -1963), Konrad Adenauer. Am 10. November 1989 sprach der ehemalige Regierende Bürgermeister West-Berlins und "Alt-Bundeskanzler" vor dem Rathaus Schöneberg: "Berlin wird leben und die Mauer wird fallen !" |
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Luftbrückendenkmal (Hungerharke) auf dem Platz
der Luftbrücke, vor dem Gebäude des Zentralflughafens Tempelhof, dem ältesten Verkehrsflughafen der Welt, mitten in (West-)Berlin. Am 10. Juli 1951 wurde das von Prof. Eduard Ludwig geschaffene Denkmal enthüllt. Die drei Streben der Hungerharke, wie sie von den ehemaligen West-Berliner Inselbewohnern genannt wird, symbolisieren die damaligen drei Flugkorridore nach West-Berlin, bzw. auch die drei West-Alliierten. Vor über 60 Jahren (1949) endete die Operation Luftbrücke, die erste Schlacht im "Kalten Krieg". Alle drei Minuten landeten und starteten die "Rosinenbomber", es folgte die größte Versorgungsaktion der Geschichte, eine Großstadt wurde monatelang aus der Luft versorgt, was nur mit einer sehr gut durchdachten Logistik möglich war. Auf den äußeren Flugkorridoren wurde nach West-Berlin eingeflogen, auf dem mittleren wurde es wieder verlassen. ![]() Stiller Protest gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof: Grabkerzen am "Eagle Square" vor dem Flughafengebäude. Am 30. Oktober 2008, um Mitternacht, musste "unser Flughafen" nach 85 Jahre endgültig den Betrieb aufgeben und wurde stillgelegt. Der Kopf erhielt seinen Namen von einer 4,5 m hohen Adlerstatue aus Stahl, die sich von 1940 bis 1962 auf dem Dach des Hauptgebäudes des Zentralflughafen Tempelhofs befand, gestaltet von dem Bildhauer Walter E. Lemcke (*1891; +1955) nach einem Entwurf des Architekten Ernst Sagebiel (*1892; +1970). Die Statue wurde 1962 abgebaut um Platz für ein Radargerät zu schaffen. Von dem Greif, sitzend auf einer Weltkugel, ist nur noch dieser Kopf erhalten. Die United States Air Force hat den Adlerkopf aus einem Museum der Military Academy in West Point zurückgeholt, um ihn den (West-)Berlinern zu erhalten. Das Denkmal wurde 1985 eingeweiht. ![]() Historische Abfertigungshalle im Zentralflughafen Berlin-Tempelhof. ![]() Zentralflughafen Tempelhof - Blick vom Tempelhofer Damm - Bezirk Tempelhof (April 2008). Zu Zeiten des "Kalten Krieges" mit die einzige Möglichkeit West-Berlin ohne Kontrolle der "DDR-Organe" zu verlassen bzw. zu erreichen. ********************************************************************************************************** Das Tempelhofer Feld war der ehemalige Exerzier- und Truppenübungsplatz, der von der Berliner Garnison unter König Friedrich Wilhelm IV. (* 1795; + 1861) als solcher genutzt wurde. Die damaligen neuen Kasernen auf der heutigen Berlin-Kreuzberger Bezirksseite wurden wegen der Enge in der alten Berliner Stadt hier errichtet. Nach dem Ende des I. Weltkrieges (1914-1918) und Ende der Monarchie unter Kaiser Wilhelm II. (*1859; +1941) wurde die Garnison aufgelöst, die Kasernen zum Teil abgerissen (Versailler Vertrag). Ab 1922 wurde dann mit dem Bau des Flughafens Tempelhof begonnen. ********************************************************************************************************** Der Flughafen wurde nach Plänen des Architekten Ernst Sagebiel zwischen 1937 und 1941 ausgebaut. Der Komplex ist - neben dem Olympiastadion - mit der einzige in Berlin übrig gebliebene, aber auch nie komplett fertig gestellte, Monumentalbau aus der Zeit der NS-Diktatur. Das Flughafengebäude galt mit einer Bruttogeschossfläche von 284.000 Quadratmetern bei seiner Eröffnung als das größte Gebäude der Welt. Allein die Gesamtlänge des Gebäudes beträgt 1230 Meter. Nur das Pentagon in Washington ist heute flächenmäßig größer. ********************************************************************************************************** Die Sowjetische Besatzungsmacht (UdSSR) verhängte vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 eine Blockade der 3 Westsektoren von Berlin, durch Sperrung der Schienen-, Straßen- und Wasserwege zwischen West-Berlin und dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und durch Abschaltung des elektr. Stromes - auch der Wasserversorgung aus der sowjet. Besatzungszone. Grund hierfür war u. a. die Einführung der neuen Währung D-Mark, in West-Deutschland und West-Berlin. Die Westmächte beantworteten die Blockade durch Bildung einer Luftbrücke, welche die Versorgung der 2 Millionen West-Berliner Bevölkerung, durch die so genannten Rosinenbomber, mit ca. 277.264 Tag- und Nachtflügen an 462 Tagen sicherstellte. Zentralflughafen Tempelhof / Blick von der Oderstraße - Bezirk Neukölln (April 2008). Viele Piloten dieser Rosinenbomber warfen in den Einflugschneisen der Luftkorridore kleine Fallschirme mit Süßigkeiten für die Kinder ab. Diese wurden dann mit Begeisterung aufgesammelt - auch von den Bäumen herunter geholt. Den West-Berlinern als Onkel Wackelflieger oder Schokoladenpilot berühmt gewordene Colonel Gail S. Halvorsen bekannt. Er kam auf diese Idee, mit aus Taschentüchern zusammen gebastelten Fallschirmen, Süßigkeiten abzuwerfen. ![]() Diese DC-54 "Skymaster" war auch während der Luftbrücke 1948 - 49 im Einsatz. Sie wurde 1971 von dem "Rosinenbomberpiloten" Oberst Gail Halvorsen als Erinnerung an dieses Ereignis nach Berlin eingeflogen und stand seitdem am Rande des Tempelhofer Flugfeldes als "Berliner Luftbrücken Veteran", am Columbiadamm. Nach Schließung des Flughafens wurde sie vom Columbiadamm vor dem Flughafen-Hangar umgesetzt. In den ersten Wochen hatten die Flugzeuge vor allem Trockenfrüchte an Bord. Deshalb wurden sie von den Berlinern auch "Rosinenbomber" getauft. Später wurden alle Maschinen, die Hilfsgüter nach Berlin flogen, so genannt. Aber auch Industriegüter, welche in West-Berlin benötigt bzw. gefertigt wurden, mussten ein- und ausgeflogen werden, u. a. ist in dieser Zeit die im II. Weltkrieg zerstörte, eigene (West-)Berliner Stromversorgung wieder hergestellt worden. Das Kraftwerk Ernst Reuter erfuhr mit 1.416 t Anlagenteile per Luftbrücke einen Wiederaufbau und ging am 1. Dezember 1949 wieder ans Netz. Im Sockel des Luftbrückendenkmals auf dem Platz der Luftbrücke sind die 75 Namen der Piloten, Co-Piloten, Funker und Transportarbeiter verzeichnet, die bei der Luftbrücke ums Leben kamen. Ihrer gedenken wir, die ehemaligen West-Berliner Insulaner, in Dankbarkeit. |
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************************************************************************************************ Links vom Rosinenbomber-Erinnerungsdenkmal liegt der ehemalige Neue Garnisonfriedhof, ab 1970 Friedhof Columbiadamm. Er entstand Mitte des 19. Jahrhunderts für die gefallenen Soldaten der ehemaligen Berliner Garnison. Er ist ca. 104.044 m² groß und beherbergt derzeit ca. 7.000 Gräber. ![]() Kriegsgräber-Ehrenmale für die gefallenen Soldaten des I. Weltkrieges (1914 - 1918) ![]() ************************************************************************************************ Kaiser Wilhelm I. (*22.03.1797; + 09.03.1888) übereignete 1866 dem Sultan Abdul Aziz für sein Botschaftspersonal und alle Muslime in der Hauptstadt Preußens auf Dauer ein kleines Gelände auf dem Tempelhofer Feld am Columbiadamm für einen Islamischen Diplomatenfriedhof, gleich links vom Garnisonfriedhof. Er galt als Monument preußisch-türkischer Freundschaft. Nach 1918 wurden die während des I. Weltkrieges gefallenen türkischen Soldaten hier bestattet, seitdem heißt der Friedhof "Türkische Kriegsgräberstätte zu Berlin". ![]() In der heutigen Zeit wird er auch als Begräbnisstätte der türkischen Gemeinde in Berlin genutzt. Die Grabstätten sind nach Osten, gen Mekka ausgerichtet. ![]() |
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Die
Sehitlik-Moschee auf dem historischen Türkischen
Friedhof am Columbiadamm, |
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"Rosinenbomber",
auch als Symbol für die Freiheit zu verstehen, über dem Dach des Deutschen Technikmuseums Berlin (SDTB), in der Trebbiner Straße 9. Nähe U-Bahnstation Möckernbrücke. www.sdtb.de
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Herzlichen
Dank an Herrn Brauner aus Köln, für folgende Informationen: An der Fassade des Neubaus, über einer Terrasse, hängt der Rosinenbomber "Skytrain". Die DC-3 (keine DC-6) der US-Luftwaffe flog 1948 Lebensmittel in das blockierte Berlin. Sie ist eine Dauerleihgabe des US-Luftwaffenmuseums in Dayton, Ohio. |
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Der U-Bahnhof Wittenbergplatz und das
KaDeWe
(Kaufhaus des Westens) am Tauentzien. Der Bahnhof wurde originalgetreu im Jugendstil rekonstruiert und gilt als schönster Berliner U-Bahnhof. Er wurde 1913 nach Plänen des schwedischen Architekten Alfred Grenander fertiggestellt. Bedingt durch den I. Weltkrieg ( 1914 -18 ) dauerte es bis 1926, ehe die Entlastungsstrecke von Gleisdreieck über Kurfürstenstrasse, Nollendorfplatz in den Wittenbergplatz geführt werden konnte. Mehr als 70 U-Bahnhöfe hat er in Berlin verantwortlich architektonisch und funktional gestaltet, u. a. Hermannplatz, Nollendorfplatz, Knie (heute Ernst-Reuter-Platz), Krumme Lanke, Alexanderplatz, Deutsche Oper, Klosterstraße, etc. |
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Blick
vom Wittenbergplatz entlang des "Tauentzien"
zur Gedächtniskirche und zum 22-stöckigen Hochhaus des Europa-Centers am Breitscheidplatz. |
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Das Europa-Center wurde 1963 - 65,
nach dem Entwurf von Karl Heinz Pepper, als 86 m hohes Gebäude mit integriertem Einkaufs- und Kulturzentrum erbaut. Auch eine Eislaufbahn (bis 1979) war damals Bestandteil der Innenausstattung, heute ein Café über zwei Etagen. Aus wirtschaftlichen Gründen, aber vor allem auch weil es extrem zugig war, wurden die offenen Höfe mit der Eisbahn geschlossen. |
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Aussicht
durch die Scheiben der wieder neu eröffneten Panorama-Etage (Aug. 2005) im 20. Stockwerk des Europa-Centers über den Breitscheidplatz und dem ehemaligen "Reitweg zum Grunewald", dem heutigen Kurfürstendamm. ****************************** Im 16. Jahrhundert wurde der Kurfürstendamm von Kurfürst Joachim II. als Reitweg zwischen Berlin und dem Grunewald angelegt und im 19. Jh. zum 3,5 km langen und 50 m breiten Boulevard ausgebaut. Der damalige Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck regte nach der Reichsgründung 1871 diesen Ausbau an. Im Mai 1886 wurde die Dampfstraßenbahnlinie Zoo-Kurfürstendamm-Grunewald eröffnet. Heute ist der "Kudamm" Berlins repräsentativste und bekannteste Flanierstraße mit einer einzigartigen Mischung von Einkaufsmöglichkeiten, Cafés, Restaurants, Theatern und Kinos. 28 Jahre lang, bis zum Mauerfall, war der "Kudamm" und seine Umgebung für die West-Berliner und den Besuchern der geteilten Stadt, die einzige "Vergnügungsmeile" mit Flair in West-Berlin. |
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Hier
die Sicht aus der Panorama-Etage des Europa-Centers über die Tauentzienstrasse zum Wittenbergplatz, rechts der Gebäudekomplex von P.&C. und dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens). |
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Auf
dem Breitscheidplatz die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
und der Weltkugelbrunnen, von den Berlinern salopp "Wasserklops" genannt, am Scheitelpunkt - Kurfürstendamm (Kudamm) und Tauentzienstrasse (Tauentzien). Hinter dem Platz die Kant- sowie Hardenbergstrasse und rechts die Budapester Strasse. |
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| Gedächtniskirche | Gedenkhalle | Westturm - "Hohler Zahn" | |||||||||||
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1891 - 95 von Franz Heinrich Schwechtens
erbaute neoromanische Kirche mit einem hohen Westturm und vier Ecktürmen. Nach seiner Thronbesteigung gab Kaiser Wilhelm II. den Auftrag, eine repräsentative Kirche zu bauen, die die Einheit von Thron und Altar in Preußen demonstrieren und dem Andenken an Kaiser Wilhelm I. gewidmet sein sollte. Im II. Weltkrieg, am Totensonntag im November 1943, Zerstörung durch Fliegerbomben. Das alte Kirchenschiff wurde abgetragen, nur der Westturm (Hohler Zahn) blieb stehen. Nach dem Entwurf von Egon Eiermann ist 1959 - 61 eine neue moderne Kirche mit separatem Kirchenhaus und Glockenturm aufgebaut worden. Dieses Ensemble wurde von den (West-)Berlinern als "Puderdose mit Lippenstift" bezeichnet. |
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Die Turmruine wurde als Kriegsmahnmal
erhalten und restauriert. In der Ruine die Gedenkhalle mit Mosaiken und Skulpturen. |
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Ein Teil des erhaltenen Deckenmosaiks in der Gedenkhalle. Auf dem Fürstenfries sind die Hohenzollernherrscher von Kurfürst Friedrich I. (1415-40) bis zum letzten Kronprinzen Friedrich Wilhelm abgebildet. |
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Öffnungszeiten der Gedenkhalle in der Turmruine : Montag - Samstag von 10:00 bis 16:00 Uhr, Sonntag geschlossen ! |
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Blick vom Breitscheidplatz entlang der
Tauentzienstrasse in Richtung Wittenbergplatz und KaDeWe. |
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Blick vom Hardenbergplatz entlang der
Hardenberg- und Budapester Straße zum Breitscheidplatz, Europa-Center und Gedächtniskirche. |
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Aquarium in der Budapester Straße,
am Zoologischen Garten. Eines der artenreichsten Aquarien der Welt, ca. 600 Arten. |
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Elefantentor, erbaut nach Plänen des Architekten
Carl Zaar (*1849 / +1924), Eingang zum Zoologischen Garten in der Budapester Straße. 1844 als erster Zoo Deutschlands eröffnet und heute einer der wichtigsten zoologischen Gärten der Welt, mit ca. 20.000 Tieren aus 1.800 Arten. Der Zoologische Garten wurde im II. Weltkrieg durch Fliegerbomben fast völlig zerstört, viele Tiere verendeten. Das Elefantentor ist Mitte des 20. Jh. durch polnische Steinmetze, die diese Steinhauerkunst bzw. -technik noch beherrschten, wieder rekonstruiert und aufgebaut worden. |
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Theater des Westens in der Kantstraße nahe dem S- und U-Bahnhof Zoo (Bezirk Charlottenburg), ehem. Goethe-Theater von B. Sehring im 19. Jh. erbaut. |
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Der Grunewaldturm (Kaiser-Wilhelm-Turm), 1897
- 99 an der Havelchaussee, (damals) zwischen Berlin und Potsdam - im heutigen Bezirk Wilmersdorf, auf dem 79 m hohen Karlsberg nach Plänen des Geheimen Baurates Franz Schwechten erbaut. Der 56 m hohe, rote backsteinerne Aussichtsturm wurde anlässlich des 100. Geburtstags Kaiser Wilhelm I. von der Gemeinde Teltow in Auftrag gegeben und sollte ein Zeichen der märkischen Dankbarkeit sein. 204 Stufen führen zur Aussichtsplattform, von wo aus man einen schönen Ausblick auf die idyllische Havellandschaft mit dem Grunewald und einen Teil Berlins hat. Er wurde am 5. Juni 1899 als König-Wilhelm-Turm eingeweiht, Kaiser Wilhelm II. gratulierte aber in seinem Telegramm zum Kaiser-Wilhelm-Turm. Nach dem Ende des II. Weltkrieges wurde der Turm am 15. September 1945 in Grunewaldturm umbenannt. Die Inschriften lauten: "Koenig Wilhelm I. zum Gedächtnis" und "Der Kreis Teltow baute mich 1897". ********************************************************************************** |
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TIPP für Berlinbesucher Die Tarif-Fahrkarten der BVG (U-Bahn, BUS, Straßenbahn-Tram) haben auch Gültigkeit bei der S-Bahn (DB) und umgekehrt. Gemeinsamer Tarif der im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg zusammenwirkenden Verkehrsunternehmen (VBB-Tarif). Hier anklicken: Download der Liniennetze - BVG und S-Bahn von der BVG-Website (www.bvg.de) als PDF-Datei ********************************************************************************** Ab 16. Juni 2002, 04:00 Uhr, ist endlich wieder der Berliner S-Bahn-Ring zu befahren, ca. 41 Jahre nach Still-Legung der Strecke, aufgrund der Teilung Berlins durch den Bau der ehemaligen DDR-Mauer. In ca. 63 Minuten kann man Berlin mit der S 41 im bzw. mit der S 42 entgegen dem Uhrzeigersinn umfahren ! ********************************************************************************** Billige Sightseeing-Tour ! Mit den Doppeldecker-Bussen der BVG (normaler Tarif ) Bus-Linie 100 von S+U Zoologischer Garten (Hardenbergplatz) bis S+U Alexanderplatz (oder umgekehrt) über Breitscheidplatz - Lützowplatz - Nordische Botschaften - Großer Stern - - Schloss Bellevue - Kongreßhalle - Reichstagsgebäude - Unter den Linden - Staatsoper - Lustgarten ********************************************************************************** Bus-Linie 200 von S+U Alexanderplatz (oder umgekehrt) bis S+U Zoologischer Garten (Hardenbergplatz) über Lustgarten - Staatsoper - Unter den Linden - Leipziger Str. - - S+U Potsdamer Platz - Philharmonie - Nordische Botschaften - Budapester Str. - Breitscheidplatz |
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********************************************************************************** Angaben der Erbauer, Jahreszahlen und Beschreibungen auf dieser Seite, stammen teilweise aus dem "Falk Plan" Berlin mit Potsdam, gängigen Lexika, Zeitungsartikeln bzw. von Hinweistafeln aus dem "Deutschen Technikmuseum Berlin", *) aus dem Buch "Die Provinz Brandenburg" - Julius Klinkhardt Verlag, aus dem Jahre 1900, **) und dem Buch "Das Alte Berlin", Erinnerungen von Agathe Nalli-Ruthenberg, aus dem Jahre 1912 - Verlag Continent GmbH ![]() |
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