Kampf um die Arbeitsplätze pfeil1.gif (1042 Byte) Hinweis zur Fa. Bergmann-Borsig pfeil1.gif (1042 Byte) pfeil.gif (272 Byte) Presseberichte BORSIG-Misere
               
Alte BORSIG GmbH

in Berlin-Tegel, Bezirk Reinickendorf.
Borsig war und ist einer der großen Namen der Berliner Industriegeschichte.

Weltweit heute noch für Qualitätsarbeit und know-how bekannt, war und ist alleine die
mögliche Namensübernahme, auch für die ehemalige "Mutterfirma" Deutsche Babcock AG und
deren damals angeschlossenen Tochterfirmen, durch den Bekanntheitsgrad ein Imagegewinn.

Das Traditionsunternehmen
BORSIG gehörte vor Jahrzehnten zu den größten
(West-)Berliner Arbeitgebern in der Industrie
- 1960 noch ca. 6.000 Mitarbeiter - bis
Sept. 2002 wurde das Werk auf  258 Mitarbeiter - inkl. Betriebsstätte Gladbeck - geschrumpft.

Nach der Insolvenz 2002 waren mit der Beteiligungsgesellschaft "capiton AG",
im kleinen Restunternehmen der "neuen" Fa. Borsig wieder ca. 460 Mitarbeiter beschäftigt.
(Stand Februar 2008).

Im März 2008
wurde der letzte Teil der
Firma BORSIG von der "capiton AG" verkauft
und bekam wieder mal einen neuen Besitzer,
die "KNM" - einen
malaysischen Energiedienstleister.

http://www.knm-group.com
           
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Damit ist die Firma Borsig (Restunternehmen) seit 171 Jahren (Juli 1837-2008)
nicht mehr in deutscher Hand.

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165jähriges Jubiläum in 2002 - Borsigtore - Fotomontage
Fotomontage
(22. Juli 2002)

Das historische BORSIG-Tor, des alten ehemaligen Werksgeländes von August Borsig
- ab 1898 - Borsigerben - in der Berliner Str. 27 und das neue Werkstor der traditionsreichen,
über 170 Jahre (22. Juli 2007) alten
Berliner Apparate- (Maschinen- und Kesselbau) Firma.

Spätestens mit der Ansiedlung der
Borsigwerke 1895-98 wurde Tegel zum bedeutenden
Industriestandort. Mehrere tausend Arbeiter und Angestellte strömten täglich durch das
heute denkmalgeschützte neugotische Eingangstor.


Historisches Borsig Tor
Das denkmalgeschützte
BORSIG-Tor in der Berliner Str. 27, wurde nach Plänen der
Architekten K. Reimer und F. Körte 1898 fertiggestellt. Die Torwächter in den Nischen
der neugotischen Türme sind Kopien; sie stellen einen Schmied und Eisengießer dar.

Die originalen Zinkholguß-Figuren wurden 1853 von den Bildhauern Gustav Seidel und
Louis Köppen
geschaffen und stehen jetzt im Rathaus Berlin-Reinickendorf.

Heute ist das Tor die Durchfahrt zum modernen Einkaufszentrum
- in den ehrwürdigen
BORSIG-Hallen -
bzw. zu Firmen, die sich auf dem
ehemaligen BORSIG-Gelände etabliert haben.

Dieses Areal, ca. 2/3 des alten Betriebsgeländes der
Fa. Borsig GmbH, wurde damals
vom "Mutterkonzern", der Deutschen Babcock AG, an den Berliner Senat veräußert.

Wo einst Tausende von Arbeitern schwere
Lokomotiven, Dampfmaschinen, Dampfturbinen, Kolbenkompressoren,
Schiffsdieselmotoren und Kessel für Kraftwerke
bauten,
kaufen heute Menschen aus dem gesamten Berliner Norden und dem Umland
in den
Hallen am Borsigturm ein.

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Deutlich sichtbares Zeichen des Erfolges und des Firmenprestiges war in den zwanziger Jahren
des vergangenen Jahrhunderts das erste Berliner Hochhaus,
der BORSIGTURM.

Im Hintergrund des Tores steht das ehem. Hauptverwaltungsgebäude der
Firma A. Borsig.
Mit einer Grundfläche von 20 mal 16 Meter, einer Höhe von 65 Metern und 12 Stockwerken,
war es der erste Industrie-Hochbau in Berlin.

Die beengten Platzverhältnisse auf dem Werksgelände sollen den Anstoß zum Turmbau gegeben haben.
Der Turm entstand als Stahlskelettbau, dessen Fassaden aus Backstein gemauert sind.

Unter Beteiligung des Architekten E. G. Schmohl (auch Erbauer des Ullsteinhauses in Tempelhof),
wurde im September 1922 der
BORSIGTURM durch die eigene Bauabteilung der Fa. A. Borsig
begonnen und im Frühjahr 1924 abgeschlossen.

Im Turm waren die Räume der Betriebsdirektion, Konferenzzimmer, Betriebskalkulation,
Maschinen- und Betriebsabteilung, Betriebsbuchhaltung und Vortragssaal untergebracht.

Die heute noch vorhandenen Logistikanschlüsse auf diesem,
früher  2/3  größeren (22,4 Hektar), Werksgelände am Tegeler See:

Flughafen-Tegel, fast auf dem Werksgelände (5 km Entfernung - ca. 8 min Fahrzeit).
Bahnanschluss bis auf das Werksgelände (stillgelegt).
Autobahnanschluss ein paar Straßen weiter - fast um die Ecke,
dann noch die U-Bahn Station
Borsig Werke

und der Borsig-Binnenhafen - jahrelang nicht genutzt - an der Rückseite des Werksgeländes.

Borsighafen Oktober 2008 - Reaktivierung für Schwerlasttransporte
Der
Borsighafen (Okt. 2008) direkt am hinteren Bereich des Borsig-Werksgeländes (rechts),
seit ca. 1970 nicht mehr genutzt, soll nun bis 2009 ausgebaut und dann reaktiviert werden.





Foto: April 2009
In den kommenden Monaten erhält er eine Auffahrtrampe, eine so genannte Ro/Ro-Anlage
(Roll-on/Roll-off-Anlage) und eine Plattform für Spezialkräne für Schwerlasttransporte.




Borsig Apparat - letzter Schwertransport vor der Insolvenz im Juni 2002
Foto: Februar 2002
Die
"neue" Firma
Borsig (Apparatebau) sowie auch MAN (Maschinenbau) wollen dort ihre
schweren, sperrigen Apparate, Anlagen, Maschinen und Aggregate nun wieder verschiffen,
weil der Transport zum Westhafen durch die Stadt nur mit Polizeibegleitung
 


    
Borsig Apparat-Schwertransport in der Nacht - vor der Insolvenz Juni 2002
Foto: Februar 2002
und Schwerlasttransporten in der Nacht durchgeführt werden konnte und
- speziell über Brücken - immer
komplizierter und teurer wurde.

Jetzt dauert ein Transport per Schiff der Hightech-Produkte von Borsig und MAN nur noch ca.
8 Tage nach Hamburg, statt vorher ca. 5 Wochen auf dem Landweg mit Schwerlasttransporten.




Marina-Yachthafen - im Borsighafen
Marina Liegeplätze im südlichen Hafenbereich, werden vom Yachtklub Tegel
schon lange Zeit genutzt.

Im Hintergrund die Fabrikgebäude der Fa. Herlitz PBS AG, Hersteller für
Papier und Schreibwaren, auf dem ehemaligen Borsig-Fabrikgelände.

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Ab September 1987 befindet sich der neue Zugang zum geschrumpften Werksgelände
der
Fa. Borsig GmbH ca. 800 Meter weiter links vom alten Borsig Tor,
in der Egellsstr. 21 - 13507 Berlin-Tegel.

Das neue Verwaltungsgebäude und die neue Werkseinfahrt.
          
Werkseinfahrt Borsigtor
15 Jahre später, seit der Folgeinsolvenz September 2002,
nun mit dem veränderten
Borsig Logo
- ohne
die Babcock-Weltkugel des insolventen ehemaligen "Mutterkonzerns" -

Babcock Mitarbeiter - Protest Demo in Duesseldorf
Demo-Foto der Belegschaft der "Babcock Borsig AG" in Oberhausen.

BABCOCK
Belogen - Abgeledert - Betrogen - Chaos - Ohne - Chance - Kaputt

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Die heutige Werkseinfahrt ist auch der Zugang für die Firma
MAN Turbomaschinen AG,
die in einigen Etagen des Gebäudes techn. und kaufm.
(Borsig)Büros übernommen hat und
in den wenig
verbliebenen Borsig-Werkshallen den (Borsig)Maschinenbau weiterführt.

Das
Borsig-Verwaltungsgebäude kann leider nicht mehr nur mit Borsig- und
MAN-Angestellten ausgelastet werden.

Der holländische Energiekonzern NUON hat sich dort ebenfalls etabliert.
Er wurde 2009 vom Energieversorger Vattenfall übernommen.
Die EU-Kommission hatte die Übernahme der Niederländer im Sommer 2009 nur
unter der Auflage genehmigt, dass Vattenfall die deutsche Nuon komplett abgibt.
Der schwedische Staatskonzern verkaufte das Nuon-Deutschlandgeschäft im März 2010
an die Enervie-Gruppe mit Sitz in Hagen (Westfalen).


Die im Jahr 2002 noch zur Fa. Borsig gehörende Lagerhaltung, Vormaterialbereitstellung
sowie Transportabteilung etc., wurde ausgegliedert und in eine selbstständige Firma,
der
Sinus
Logistic GmbH Dienstleistungen Berlin integriert.
    
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Firma A. BORSIG - Beschreibung um 1900
- aus dem Buch "Die Provinz Brandenburg" - Julius Klinkhardt Verlag:

Schon ragt der gewaltige Schornstein der großen Borsigwerke, die seit einem Jahre
sich hier in Tegel erheben, in die Höhe, beständig umschwebt von einer dicken,
schwarzen Rauchwolke, mit welcher die weißlichen Wölkchen der niedrigeren Schlote
zu seinen Füßen sich fortwährend zu vermischen streben.
Aus dem Innern des großartigen Betriebes tönt beständig das Dröhnen der Hämmer,
das Klirren des geschlagenen Metalls, lauter noch als aus der Germania (Germania-Halle)
wie heute die Egells`sche Fabrik, die nun Krupp`scher Besitz ist, heißt.

Die Strecken Waldes, die noch zwischen Berlin und Tegel standen, sind gefällt oder
schon zur Axt verurteilt. Vor dem Eingang des Orts, der mit dem überaus stattlich
dreinschauenden Borsigwerk beginnt, erhebt sich das neue Strafgefängnis ..................


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Die Eisengießerei und Maschinenbauanstalt von August Borsig
im Jahr 1847 in der Chausseestraße.


BORSIG-Eisengiesserei in Berlin-Moabit 1847
"Ansicht der Eisengießerei und Maschinenbau-Anstalt von A. Borsig"
(Aquarell von Carl Eduard Biermann)

Der Schüler und Mitarbeiter des Königlichen Baumeisters Schinkel,
Johann Heinrich Strack (*1805; +1880) wurde von August Borsig
mit dem weiteren Aus- und Umbau seiner Fabriken betraut.
Strack war Vertreter des Berliner Spätklassizismus und zählte neben
Schinkel und Stüler zu den
wichtigsten Berliner Architekten des 19. Jahrhunderts.
Er war ca. 24 Jahre hindurch der Familie Borsig als Architekt verbunden.

Für das Werksgelände an der Chausseestraße entwarf er u. a. den berühmt
gewordenen Uhr- und Wasserturm, der einen achteckigen Turm aus dem
antiken Athen des ersten vorchristlichen Jahrhunderts nachgebaut wurde,
den Turm der Winde mit dem griechischen Windgott Äolus als Wetterfahne.

Der Standort dieses Turms ist in dem Aquarell von C. E. Biermann dargestellt (oben).


Herzlichen Dank an Herrn Dipl.-Ing. Augusto Salvo González
für folgende Informationen:


Auf dem Campus der heutigen Technischen Universität Berlin (am Ernst-Reuter-Platz),
vor dem Gebäude der Fakultät V (Reuleaux-Haus), steht die Ruine der ehemaligen
Arkadenhalle von "Borsig´s Eisengießerei und Lokomotivbauanstalt",
die 1901 in den Garten der alten, ehemaligen Technischen Hochschule umgesetzt und von
Carl Vohl dort als Denkmal wieder aufgestellt wurde.

ehem. Bogenhalle der Borsigwerke in der Chausseestr.  Gewölbe der ehem. Bogenhalle Borsigwerke Chausseestr.
Erbaut wurde diese 1858-60 von Johann Heinrich Strack und schloss ursprünglich

Arkadenhalle Werk Oranienburger Tor
das Gelände der Maschinenbau-Anstalt an ihrem ersten Standort nahe des
Oranienburger Tores zur Chausseestrasse ab.

Die Terrakotten (Bildwerke aus gebranntem Ton) wurden von Gustav Blaeser (*1813; +1874)
gestaltet, der ein Schüler von Christian Rauch war.



Figuren von Carl von Gontard auf dem Portal Landgut A.Borsig in Gros Behnitz
Diese historischen Figuren auf dem Portal vom Landgut A. Borsig
in Gross Behnitz bei Nauen - ca. 40 km westlich von Berlin -
stammen von Carl von Gontard (*1731; +1791), der diese für
die Maschinenbau-Anstalt Borsigs in Berlin am Oranienburger Tor geschaffen hatte.

Website "Landgut A. Borsig" hier aufrufen (anklicken)


Landgut A. Borsig in Groß Behnitz bei Nauen
Eingangsportal zum Landgut A. Borsig mit dem Ensemble von Ziegelbauwerken des historisch
landwirtschaftlichen Musterbetriebs, der 1923 eine Größe von ca. 2.700 ha erreichte.




Landgut A. Borsig am Großen Behnitzer See
Der damalige Gutshof, heute das Landgut A. Borsig, liegt idyllisch am Groß Behnitzer See.



Dorfkirche und Friedhof gegenüber vom Landgut A. Borsig
Gegenüber dem Landgut steht die Dorfkirche auf dem Friedhof,
hinter der sich die Grabanlage der Familie Borsig befindet.




Grabanlage der Familie Borsig in Groß Behnitz
Das ab 1866 errichtete Familienbegräbnis der Borsigs, mit den Gräbern des
Albert Borsig (*1829; +1878) und des 1909 geadelten Ernst von Borsig (*1869; +1933).



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Nachdem in Moabit fast die gesamte Produktion konzentriert war, wurde das Stammwerk 1887
in der Chausseestraße - fünfzig  Jahre nach seiner Gründung - geschlossen und abgerissen.
Verwaltung und Lokomotivbau wurden nach Moabit verlegt.
Aber auch für das Moabiter Werk schlug 1896 die letzte Stunde.

Die Enkel des Firmengründers hatten sich auf der Suche nach einem größeren und schon damals
verkehrstechnisch günstig gelegenen Grundstück - zu Wasser und per Schiene erreichbar -
für eine Übersiedlung nach Tegel entschieden.
Die Architekten Konrad Reimer (Schüler von Strack) und Friedrich Körte entwarfen die
neuen Werksanlagen.

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Die Villa Borsig in Berlin-Reinickendorf (Tegel),
ein neobarockes Schloss aus dem Jahre 1913.
  

Villa Borsig am Tegeler See in Berlin
Am Westufer des Tegeler Sees, der Halbinsel Reiherwerder, befindet sich die Villa Borsig.

Rund um das Gebäude ließ der Enkel des berühmten Firmengründers August Borsig,
Ernst von Borsig
(*1869; +1933), einen gepflegten Park, teilweise mit exotischen Pflanzen
anlegen.
Der neobarocke Schlossbau, 1911 bis 1913 nach Plänen der Architekten Alfred Salinger
und Eugen Schmohl erbaut,  erinnert mit seinen Stilelementen und seitlichen Arkaden
an die Architektur der Gebäude im Park von Sanssouci in Potsdam.


Nach seinem Tod 1933 war es bis zum Herbst 1937 der Wohnsitz der Familie Borsig,
dann wechselte das Gut mehrmals den Besitzer, bis die Bundesrepublik Deutschland
- nach der Wiedervereinigung 1990 - in der Bundeshauptstadt die Halbinsel erwarb.

Die bestehenden, zum Teil aus der Kaiserzeit stammenden Gebäude wurden renoviert
und um vier Neubauten ergänzt.

Es gehört seit Anfang 2006 zusammen mit den benachbarten Gebäuden, dem Gästehaus
des Bundesaußenministers und der Bundesregierung - auf einem vierzehn Hektar großen
parkähnlichen Gelände der Akademie Auswärtiger Dienst des Auswärtigen Amts
die der Ausbildung deutscher und ausländischer Diplomaten dient.

Die Gebäude und das Gelände sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.


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Fast gleichzeitig mit der Errichtung der Tegeler Anlagen wurde für das gesamte Unternehmen ein
Verwaltungsgebäude, das so genannte Zentralbüro gebaut, das auf dem Gelände der um 1890
abgerissenen Wohnhäuser der ehemaligen Lokomotivfabrik in der Chausseestraße 6 (später Nr. 13)
entstand.
 

Borsighaus in Berlin-Mitte                   Schmied am Borsighaus
Das Borsighaus in Berlin-Mitte, heute Chausseestraße 13 (vormals Nr. 6).
1899 ebenfalls von den Architekten Reimer und Körte erbaute
ehemalige Verwaltungsgebäude der
Firma August Borsig.

Das Gebäude der ehemaligen Borsig-Hauptverwaltung mit seiner Sandsteinfassade im
Stil der Neorenaissance steht heute noch in der Häuserfront der Chausseestraße und
erinnert eher an eine individuell gestaltete repräsentative Stadtvilla.

An der Straßenfront des Gebäudes, über dem Haupteingang des ehemaligen Zentralbüros,
wurde auf einer Konsole unter einem kupfernen Baldachin, eine lebensgroße Bronzefigur
eines Schmiedes von dem Berliner Bildhauer Gotthold Riegelmann angebracht.
Er soll die Bedeutung des Handwerks symbolisieren.
Darunter finden sich die
Initialen A. B.

In dem Gebäude verblieb nach 1937 nur noch die A. Borsig'sche Vermögensverwaltung, wo sie
auch nach dem II. Weltkrieg bis zum Ende der fünfziger Jahre in Ost-Berlin ihren Sitz hatte.
Darauf übersiedelte sie nach West-Berlin und stellte 1981 endgültig ihre Tätigkeit ein.



Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde das Borsighaus vom Versorgungswerk
der Zahnärztekammer als Anlageobjekt erworben und ab 2000 saniert.


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Direkt gegenüber dem Borsighaus, in der Chausseestr. 125, arbeiteten und wohnten
Bertolt Brecht (von 1953 - 1956) und Helene Weigel (von 1953 - 1971)

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Gemaelde Eisenbahnbruecke Ehrenbreitstein                Gemaelde Borsig Lokomotiv Montagehalle
Eisenbahnbrücke Ehrenbreitstein                         Lokomotiv Montagehalle       
                                                                 "Vollendungsarbeiten an einer Lokomotive"

Im
Deutschen Technikmuseum Berlin (SDTB) zu sehen:
Zwei Gemälde von Paul Friedrich Meyerheim, die
August Borsig für sein
schlossähnliches Wohnhaus in Berlin-Moabit anfertigen ließ.

Tradition und Fortschritt im Verkehr bringt der Maler in seinem Gemälde zum Ausdruck.
Die Lokomotive und die Eisenbahnbrücke in Ehrenbreitstein (Koblenz) wurden in den

Borsig-Werken hergestellt.
Während die Postkutsche das traditionelle Verkehrsmittel darstellt, symbolisiert die Eisenbahn
den technischen Fortschritt.

Dieser Text stammt aus dem BORSIG-Video des
Deutschen Technikmuseums Berlin.

Hier befinden sich auch Bestände des Borsig-Archivs und sämtliche Jahrgänge
der ehemaligen Borsig-Zeitung.

www.sdtb.de
                                     
Trebbiner Straße 9, in der Nähe U-Bahnstation Möckernbrücke.
Öffnungszeiten:      Dienstag - Freitag  von  09:00 - 17:30 Uhr
Samstag - Sonntag von  10:00 - 18:00 Uhr
Montag  geschlossen.

                
Für seine berühmte Parkanlage in Berlin-Moabit, in der Nähe der Stromstrasse,
holte sich Preußens "Lokomotivkönig"
Borsig den Gartenkünstler P.J. Lenné
als Berater und Gestalter.

Das ebenso bekannte schlossähnliche Wohnhaus, 1843 von dem Architekten Strack
in diesem Park erbaut
, wurde als  "Borsigsche Etablissement" bezeichnet.

Ein Stück von der Arbeit des Gartenkünstlers, die von König Friedrich Wilhelm IV.
August Borsig geneidet wurde, kann man heute nur noch erahnen.

Im "Essener Park", heute in einem besseren Berliner Moabiter Hinterhof -
Essener Str. 2-3 gelegen, sind leider nur noch unscheinbare,
kümmerliche Reste der berühmten Anlage erhalten
.



Bueste Franz Anton Egells                       Bueste August Borsig
 Anton Egells                           
 August Borsig
(*25.08.1788 / +30.07.1854)           (*23.06.1804 / +06.07.1854)

August Borsig wurde am 23. Juni 1804 als Handwerkerssohn im schlesischen Breslau geboren.
Bis zu seinem 18. Lebensjahr ging er - seiner Neigung zu handwerklicher Arbeit nachgebend -
bei einem Zimmermann in die Lehre. Er war dann Zimmermann und hatte eine
Baufachschule absolviert.

In Berlin nahm
Borsig 1824 ein Studium am Berliner Gewerbeinstitut auf,
das er jedoch bereits 1825 wieder beenden musste.
Der Direktor für die Ausbildung von Maschinenbau-Ingenieuren,
Peter Christoph Wilhelm Beuth,

wollte die Segnungen der Anstalt nicht an einem Menschen
verschwenden, der doch nie imstande sein werde, etwas zu leisten.


Trotzdem stellte Franz Anton Egells, der Inhaber der damals bedeutendsten
Berliner Maschinenbauanstalt,
Borsig als Praktikanten ein.

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Der junge
Borsig trat in die Fabrik zunächst als Zeichner ein.
Neben der Eisengießerei betrieb man in der Fabrik auch den Maschinenbau.
Um alle Zweige desselben von Grund auf kennen zu lernen, wurde er ein
schlichter Eisenarbeiter.
So von der Pike auf dienend, machte er alle Grade dieses Gewerbes durch,
bis er sich nach einigen Jahren zum Geschäftsführer emporarbeitete.
Unter seiner Leitung nahm das Egellsche Institut großen Aufschwung, so dass
ihm der Besitzer Vollmacht erteilte und ihn zum Mitdirektor ernannte.

(aus dem Buch: Die Provinz Brandenburg - 1900 - Julius Klinkhardt Verlag)

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Zehn Jahre später, am 22. Juli 1837, gründete
Borsig vor dem Oranienburger Tor
neben dem Egellsschen seinen eigenen Betrieb,
eine Maschinenbauanstalt und Eisengießerei. 1895-98 erfolgte der Umzug nach Tegel.





Borsig Lokomotive Beuth Fabr.-Nr. 24
Die erste, eigenständig entwickelte Konstruktion, eine dreiachsige Dampflokomotive
mit einer Treibachse zwischen zwei Laufachsen, 1841 von August Borsig gebaut.

Sie war ein Jahrzehnt der Prototyp aller schnellen deutschen Lokomotiven
mit nur einer Treibachse.

Die erste Maschine dieser Bauart bekam den Namen Beuth, mit der Fabrik-Nr.:  24.
Hier auch im Deutschen Technikmuseum Berlin (SDTB) zu bestaunen (Rekonstruktion).


Durch Sabotage an dieser Dampflok versuchte sich die Konkurrenz bei der
Choriner Wettfahrt durchzusetzen. Die Manipulation an den Kolben in den
Zylindern wurde jedoch durch einen Mitarbeiter Borsig´s rechtzeitig entdeckt
und die Wettfahrt konnte siegreich gegenüber der englischen Konkurrentin,
ein Stephenson-Modell, beendet werden.

Damit war der Durchbruch zum erfolgreichsten Lokomotivbau in Europa geschafft.

1843 produzierten die
BORSIG-Werke als erstes deutsches Unternehmen Lokomotiven in Serie.

Nur 17 Jahre nach Gründung seines Unternehmens, im Jahr des Jubiläums zum Bau der
500. Lokomotive, verstarb am 6. Juli 1854 der Industriepionier, Geheime Kommerzienrat und
"Preußens Lokomotivkönig"
August Borsig
auf dem Höhepunkt seines Lebenswerkes in Berlin.

Grabmal August Borsig
Das Grabmal von August Borsig, auf dem Dorotheenstädtischer Kirchhof in Berlin-Mitte,
neben den Grabmälern von
Christian Daniel Rauch und Friedrich August Stüler.

Siehe auch im Archiv :  Dorotheenstädtischer Kirchhof, oder hier klicken.

Seine Firma entwickelte sich zur größten Lokomotivfabrik des europäischen Kontinents.

Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Albert die Leitung des Unternehmens - er verstarb 1878.

Die Söhne von Albert Borsig - Arnold, Conrad und Ernst - führten nach ihrer Volljährigkeit ab
1894 die Borsig-Werke weiter.
Sie begannen mit der Planung eines neuen Werkes und dem Umzug der alten Betriebe am
Oranienburger Tor und Moabit auf ein Gelände in der Nähe des Dorfes Tegel, welches sowohl
auf dem Wasserweg (Borsig-Hafen) als auch per Schiene zu erreichen war.

1898 fand die Einweihung der neuen Werksanlagen der
Fa. A. Borsig in Berlin-Tegel statt.


Herzlichen Dank an Herrn Deryck J.H. Ferrier M.Sc. aus
Paramaribo/Surinam
(Managing Director, Center for Economic and Social Scientific Studies),
der meine Website im WWW gefunden und die folgenden zwei Fotos von 1942
mir im Januar 2005 zur Verfügung gestellt hat.


Borsig Lok von 1905 in Surinam        Borsig Lok 1905 in der holländischen Kolonie Surinam
Diese alten Fotos zeigen zwei von acht
Borsig-Lokomotiven, welche 1905 in die ehem. holländische
Kolonie Surinam (Holländisch Guyana) geliefert wurden und dort bis 1990 aktiv im Dienst standen!
Heute die Republik Surinam, Flagge von Surinam das kleinste Land Südamerikas.


1914 lag der Exportanteil bei 50 Prozent.
Borsig exportierte nach Russland, Italien,
Holland, Südamerika, innerhalb Europas ohnehin, bis nach Japan und in viele andere Länder.

Die Britische Eisenbahngesellschaft kaufte zehn deutsche Lokomotiven von Borsig.
Bis dahin gab es in Großbritannien, dem Ursprung der industriellen Revolution,
keine ausländischen Lokomotiven.
Kaufgrund: Die Deutschen waren billiger.


Borsig Lokomotiv Montage
BORSIG - Lokomotiv Montage

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BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 1
1840 baute
August Borsig die erste deutsche Dampflokomotive,
die "Borsig 1".


BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 1.000
1858
wurde die 1.000ste Lokomotive ausgeliefert.

1872 war das Unternehmen , das von den Söhnen und Enkeln Borsigs weitergeführt wurde,
in Europa der größte und weltweit der zweitgrößte Lokomotivenlieferant.
 

 BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 5.000
1902
war bereits die 5.000ste Lokomotive gebaut. 
 

BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 8.000
1911
baute man die inzwischen 8.000ste Lokomotive.
  

BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 10.000
1918
wurde die 10.000ste Lokomotive ausgeliefert.
 

BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 12.000
1925
Übergabe der 12.000sten Lokomotive von Borsig,

  eine 2 C 1-Schnellzug-Lokomotive.
 

1931

  Auslieferung der 14.000sten Lokomotive an die
                        Ägyptische Staatsbahn.

Insgesamt entstanden im Hause Borsig 16.352 Lokomotiven.


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Borsig Balancier Dampfmaschine
Die 1850 im Moabiter Borsig-Werk hergestellte Balancier-Dampfmaschine
zum Antrieb einer Getreidemühle in Spremberg bei Cottbus. Später, im
Borsig-Werk Tegel hinter dem historischen BORSIG-Tor als Denkmal aufgestellt,
steht sie nun heute auch im Deutschen Technikmuseum Berlin.
Für Vorführungen (ohne Dampf) noch betriebsbereit.

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Die
Maschinenbauanstalt von August Borsig baute aber nicht nur Lokomotiven sondern
ermöglichte u. a. auch die Wasserspiele im Potsdamer Park Sanssouci.

Mit dem Aufstellen einer Dampfmaschine und dem dazugehörigen Pumpwerk,
im von Ludwig Persius erbauten Maschinenhaus/Moschee, einschließlich dem
Rohrleitungssystem für die Wasserspiele hatte
Borsig seinen ersten wichtigen
geschäftlichen Erfolg und darüber hinaus eine ingenieurtechnische Meisterleistung vollbracht.


-  Zum Vergrößern und zur Beschreibung die Fotos anklicken -

Moschee in Potsdam Fontäne in Sanssouci
Potsdam:  Moschee / Maschinenhaus
                 
Potsdam:  Große Fontäne im Park Sanssouci
                                       
                              
Borsig hat auch zahlreiche Eisenkonstruktionen an bedeutenden Bauwerken realisiert, z.B.
die Eisen-Dachkonstruktionen im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel,
                      
Bodemuseum am Kupfergraben
Berlin:    Museumsinsel (Bode-Museum)
                           
                              
die Kuppel der Kapelle im ehemaligen Berliner Stadtschloss und die
Kuppel der Nikolaikirche in Potsdam.
                       
Ehemaliges Berliner Stadtschloss Nicolai Kirche in Potsdam
Berlin:    Ehemaliges  Stadtschloss
                  
Potsdam:   Nikolaikirche
                       

                                     
                                       
Luther Bruecke in Moabit.
Die Luther Brücke (1891-92) am Schloss Bellevue in Berlin-Moabit stammt genauso
von der Fa. Borsig wie ein eisernes Schwimmdock im Hafen von Swinemünde.


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1908 baute das Unternehmen für den alten Berliner Sportpalast im Bezirk Schöneberg
( Eröffnung 1910 / Abriss 1974 )
auch die erste und größte Kunsteisbahn der Welt, mit 10.000 Zuschauerplätzen.

1925 wurde der Sportpalast von Oskar Kaufmann umgebaut:
hier liefen Maxi Herber-Ernst Baier auf dem Eis, hier sah man das Sechstagerennen,
hier verkündeten aber auch die Nazis mit Goebbels den Totalen Krieg.......

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Borsig Staubsauger - Saugling - 1920
Werbeplakat um 1924

Auch dieser 3,8 kg schwere Staubsauger "SAUGLING", Modell UNIVERSAL,
wurde ca. 1924 für 140,- Mark von der
Fa. A. Borsig GmbH hergestellt und
als Präzisionsarbeit aus Berlin-Tegel für den privaten Haushalt angeboten.
In nur 20 min versprach man die Reinigung einer 4-Zimmerwohnung.
Hierfür brauchte man bestimmt auch eine schnelle Hausgehilfin.

Wahrscheinlich konnten sich wohl nur gut betuchte Bürger diesen
"Saugling" leisten und nutzen.

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BORSIG Dampf-Pflüge      BORSIG Dampfpflug

Für große landwirtschaftliche Betriebe wurden auch Dampf-Pflüge hergestellt.

Zwischen den Rädern, unter dem Dampfkessel, befand sich eine Seiltrommel.
Mit dem Seil wurde der Pflug von der stehenden Dampfmaschine per Dampfkraft
bis zum Ende der Pflugstrecke über den Acker gezogen.


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Die Leistungen des Unternehmens bei Fabrik-Organisation, Werkzeugmaschinenbau
und Werkstoffentwicklung sowie soziale Absicherung der Beschäftigten,
galt als beispielhaft in Europa.

1848 entstand ein Speise- und Unterrichtsraum und ein Bad mit Schwimmbecken.
Die Kantinen wurden mit Erzeugnissen vom Landgut Borsig in Groß Behnitz beliefert.
Bereits vor 1848 hatte Borsig Sterbe- und Unterstützungskassen eingerichtet.
Im Jahre 1849 entstand noch eine Ausbildungswerkstatt zur Schulung für den Nachwuchs
der Facharbeiter und Werkmeister.

Außerdem entstand in Berlin-Tegel eine Wohnsiedlung Borsigwalde,
(Borsigwalder Weg - Conradstraße - Ernststraße)
für mehr als 5.000 Mitarbeiter.
Der Umzug aus der Stadt in die Werkssiedlungen bedeutete für die Arbeiter eine enorme
Verbesserung der Lebensqualität.

                                         

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1926 wird das Unternehmen BORSIG in eine GmbH
umgewandelt.


Schon 1930 stand das Unternehmen kurz vor der Liquidierung, konnte aber 1931 durch eine
Fusion mit der AEG gerettet werden.

Der gesamte Lokomotivbau der Borsig-Werke in Tegel wurde 1935 in das
Hennigsdorfer AEG-Werk bei Berlin verlagert.
(nach der Wiedervereinigung 1990 die Bahnwerke "Bombardier Transportation")

Als Tochtergesellschaft Borsig Lokomotiv-Werke GmbH wurde er bis 1944 dort fortgeführt.
Die AEG hielt einen Anteil von 60 Prozent an dieser Gesellschaft, die Borsig OHG war mit
40 Prozent beteiligt.

Nach dem II. Weltkrieg wurden bis 1954 noch ein paar wenige Dampflokomotiven gebaut.

Zwischenzeitlich war am 1. März 1932 die Borsig-Betriebs-Gesellschaft mbH gegründet worden.
Aus der Vergleichsmasse der ehemaligen A. Borsig GmbH war diese Neugründung als
Auffanggesellschaft entstanden.

Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten gab das Signal,
das Werk Borsig dem NS-Regime für die Kriegsproduktion zu unterstellen.

Im April 1933 wurde ein Übernahme-Vertrag mit der Fa. Rheinmetall unterschrieben.
Das neue Unternehmen firmierte als Tochtergesellschaft von Rheinmetall zunächst unter
A. Borsig Maschinenbau AG.

Im Dez. 1935 wurde die Umwandlung der Gesellschaft mit der Firmenbezeichnung
Rheinmetall-Borsig AG beschlossen.

Im Juli 1938 erfolgte die Überführung der Aktienmehrheit der Gesellschaft auf die
Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten >Hermann Göring<.

Der Ausbruch des II. Weltkrieges 1939 brachte Rheinmetall-Borsig zum ausgewiesenen
Rüstungsbetrieb. Im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben der Schwerindustrie, die während
des II. Weltkrieges nahezu ausschließlich für die Rüstungsindustrie produziert hatten, war aber
ein Teil der ehemaligen Rheinmetall-Borsig AG nach wie vor Maschinenbaufabrik geblieben
und hatte auch nichtmilitärische Produkte hergestellt.

Unter anderen hat ein schwerer amerikanischer Bombenangriff vom 18. März 1945 kurz vor
Ende des II. Weltkrieges verheerenden Schaden angerichtet, so dass die Borsig Betriebsstätten
zu 80 Prozent zerstört waren.
In den ersten Nachkriegswochen folgten mehrere Werks-Demontagen durch die
Sowjetische Besatzungsmacht, wobei vorhandene Werkzeugmaschinen und sonstige
technische Einrichtungen als Kriegsbeute abtransportiert wurden.
Auch das gesamte Zeichnungsarchiv wurde mitgenommen.

Ab Juli 1945 beteiligten sich ehemalige Arbeiter und Angestellte an umfangreichen Aufräum-
und Aufbauarbeiten, die freiwillig und meistens ohne Bezahlung ausgeführt wurden.
Im August 1945 arbeiteten bereits wieder ca. 1.500 Menschen bei der Firma Borsig, welche als
Reparaturbetrieb unter dem Namen Städtisches Werk Tegel GmbH geführt wurde.

Am 27. Februar 1946 wurde auf Befehl der Französischen Besatzungsmacht eine neue
Gesellschaft mit dem Namen Borsig Maschinenbau GmbH gegründet, die aber nicht
zur Eintragung kam.
Im August 1946 zog die Französische Militärregierung ihren Antrag zurück und das Werk wurde
wieder unter der alten Firmenbezeichnung Rheinmetall-Borsig AG, Werk Borsig fortgeführt.

Am 11. Nov. 1946 wurde das Tegeler Firmengelände von der französischen Militärpolizei besetzt.
Im April 1947 begannen die Franzosen mit ersten Entlassungen - von ehemals 3.600 Menschen
bis auf ca. 400 Arbeiter war die Borsig-Belegschaft nun arbeitslos geworden.
Ab 1. Juli 1947 blieb die Firma Borsig vorerst stillgelegt.
Eine erneute Demontage der Borsig-Werke erfolgte diesmal durch die
Französische Besatzungsmacht.

Die arbeitslose Borsig-Belegschaft gründete am 24. Juli 1947 eine Genossenschaft unter dem Namen
"Alte Tegeler Maschinen-, Kessel- und Apparatebauer eGmbH"
und mietete sich auf dem Gelände der Siemens-Kabelwerke in Gartenfeld ein.

Ende 1949 waren die Produktionsstätten in Tegel noch funktionsfähig, die demontierten Maschinen
und Werkzeuge standen zum Teil verpackt aber wieder einsatzbereit noch in Berlin, die ehemalige
Borsig-Belegschaft wartete auf einen Neustart in den Tegeler Werken.

113 Jahre nach Gründung der Firma Borsig hatte das Tegeler Werk, jetzt endgültig von der
Demontagegefahr befreit, seine Tätigkeit im Sinne der alten Borsig-Tradition wieder aufgenommen.
Im April 1950 konnte Borsig mit einer Belegschaft von 700 Arbeitern und Angestellten die
Produktion unter dem neuen Firmennamen Borsig AG in Berlin-Tegel Westsektor und
Zweigniederlassung West in Gladbeck/Westfalen wieder aufnehmen.

Im Jahre 1954 stellte die vom II. Weltkrieg arg gebeutelte Firma dann den Lokomotivbau ein.
Insgesamt entstanden im Hause Borsig 16.352 Lokomotiven.
Diese Zahlen berücksichtigen die 40 nach dem II. Weltkrieg in Hennigsdorf gebauten
Dampflokomotiven, für die man die Borsig-Fabriknummernzählung weiterführte.
Die letzte im Krieg vergebene Fabriknummer war die 16.312.

Die Belegschaft wuchs zu dieser Zeit enorm, 1955 standen schon wieder 4.000 Mitarbeiter
in Lohn und Brot (1960 ca. 6.000 Beschäftigte).

1956 wechselte wieder mal der Eigentümer, die AG für Berg und Hüttenwesen, später
Salzgitter AG - Eigentum des Bundes, wurde der neue Besitzer.

1966 kamen aufgrund des DDR-Mauerbaus am 13. Aug. 1961 und der konjunkturellen Einbrüche
Mitte der 60er Jahre die Borsig-Werke erneut in arge Schwierigkeiten.
Die Staatshaushaltsprobleme, die unter anderem zum Rücktritt von Bundeskanzler Ludwig Erhard
führten, brachten staatseigene unrentable Betriebe auf den Prüfstand.

Für den Berliner Arbeitsmarkt war auch damals schon das Überleben von Borsig in Tegel, als einen
der größten Arbeitgeber im Westteil der Stadt, von besonderer Bedeutung.

Also wurde das Tegeler Werk privatisiert - 1967 wurde die Borsig AG in eine GmbH umgewandelt
und ging in den Besitz der neu gegründeten bundeseigenen Deutschen Industrieanlagen GmbH
(DIAG) über, die 1968 mit der Teilprivatisierung von Borsig begann.

Das Rohr- und Walzwerk in Tegel wurde inklusive Grundstück an die Thyssen-Gruppe verkauft.

Im Okt. 1970 wurde die "Deutsche Babcock-Wilcox AG" in Oberhausen,
die spätere "Deutsche Babcock AG" - dann "Babcock-Borsig AG"
neuer Eigentümer der Borsig GmbH.

Aufgrund der Insolvenz vom 4. Juli 2002
des "Mutterkonzerns" Babcock-Borsig AG in Oberhausen
musste unter anderen auch die "Tochtergesellschaft" Borsig GmbH in Berlin-Tegel
Folgeinsolvenz anmelden.

Am 15. September 2002 das "Aus" für die "alte" Borsig GmbH.

Ab 16. September 2002 Fortführung (Neugründung) der
Borsig Industrieholding GmbH
in Berlin-Tegel inklusive der Betriebsstätte in Gladbeck als
unabhängiges Unternehmen mit stark reduzierter Produktpalette und
nur noch ca. 260 Beschäftigte als Gesamtbelegschaft.


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Hinweis zur Firma Bergmann-Borsig:       

Ehemaliger Werkseingang Bergmann-Borsig
Foto: ehem. Werkseingang von Bergmann-Borsig nach dem Mauerfall.

Die ehemalige Fabrik für Turbinenbau bzw. der Betrieb für Kraftwerksanlagenbau in
(Ost-)Berlin-Pankow (Wilhelmsruh) - der VEB Bergmann-Borsig,
hatte nichts mit dem Firmengründer August Borsig und auch nichts mit dem Bergbau zu tun.

Zu "DDR" Zeiten war es wahrscheinlich das best bewachte Werksgelände in Europa.
Das Fabrikgelände hat die Form eines Dreiecks, wobei zwei lange Schenkel die direkte
Grenze zu West-Berlin bildeten.
Neben den Facharbeitern und Angestellten des Werkes waren auch viel Polizei und
NVA-Soldaten
als Bewachungsorgane und Fluchtverhinderer der "DDR" für dieses
Fabrikgelände im Einsatz.


- 1907 von dem Firmengründer Sigmund Bergmann als Firma Bergmann AG
auf einem 76.000 m² großen Gelände in dem Ort Wilhelmsruh gegründet -

am 20. März 1991 als ABB Bergmann-Borsig GmbH
(
nach der Wiedervereinigung Deutschlands von ABB übernommen)
- nach der Übernahme von Alstom - Alstom Power Service GmbH.



Im II. Weltkrieg wie viele Firmen schwer zerstört, begann im Sommer 1945, nach umfangreichen
Demontagen, die dortige Belegschaft ebenfalls mit selbsttätigen Aufräum- und Aufbauarbeiten.

Die entscheidende Wende für die Bergmann Werke folgte 1948.

Die Stilllegung der Borsigwerke in Tegel, die Demontagedrohung durch die Französische Besatzungsmacht
und die Blockade der drei West-Sektoren Berlins durch die Sowjetische Besatzungsmacht gaben dem
bis dahin unscheinbaren Nachkriegsbetrieb der Bergmann Werke im sowjetischen Sektor auf einmal
starken Auftrieb.

Durch die Betriebsstilllegung der Borsigwerke im West-Sektor galt es nun im Ost-Sektor Berlins,
diesen Ausfall in kürzester Zeit wettzumachen und als Energieversorgungsbetrieb ebensoviel
Kapazität wie Borsig auszubauen.
Das Werk wurde unter großem Einsatz auf- und ausgebaut. Die Belegschaft wuchs von ehemals
450 auf 1.500 Mitarbeiter an. Auch von der ehemaligen Borsig-Belegschaft arbeiteten einige bei
"Bergmann" und konnten so ihre Kenntnisse und Fertigkeiten anwenden.
Allerdings wechselte nicht die gesamte Tegeler Borsig-Belegschaft nach Wilhelmsruh, wie es sich
der "Volks Eigene Betrieb" (VEB) Bergmann erhofft hatte.
Die Namensgebung "Bergmann-Borsig" stand also eher programmatisch für das Kräftemessen
zwischen dem sowjetischen und westalliierten Berlin.
Sie sollte die Stärke und den Triumph der Ost-Berliner Wirtschaft symbolisieren.

In West-Berlin wurde der Fehdehandschuh aufgegriffen und kräftig gegen die Konkurrenz
polemisiert.
Auf einer öffentlichen Versammlung im West-Berliner Bezirk Reinickendorf, am 23. Nov. 1949,
verkündete der damalige SPD-Vorsitzende Franz Neumann:

"Borsig-Tegel wird früher funktionieren als das russische Plagiat (Diebstahl geistigen Eigentums)
in Wilhelmsruh und es wird noch existieren, wenn von Bergmann-Borsig niemand mehr spricht."

Anmerkung:

Er hat nicht ganz Recht behalten, denn der Name Borsig GmbH in Berlin-Tegel war vielen nach
der Wiedervereinigung nicht so geläufig als der von Bergmann-Borsig in Berlin-Wilhelmsruh.
Jedoch hat tatsächlich ein kleiner Torso der ehemaligen Borsig-Werke in Tegel bisher überlebt.

Die Firma (VEB) Bergmann-Borsig existiert heute leider nicht mehr, es wurden dort bis zu
3.500 Beschäftigte entlassen.

Auf dem Gelände des ehemaligen VEB Bergmann-Borsig besteht heute die
Alstom Power Service GmbH
mit ca. 320 Beschäftigten und es
entstand ein
Gewerbegebiet
mit einer Gesamtfläche von 280.000 qm, der
PankowPark
.

Hier sind mehr als 80 Unternehmen angesiedelt, aber auch Künstlerateliers,
Kleingewerbe und Kulturstätten sowie Ausbildungsbetriebe wie die BaFu Nord GmbH.
Die Mitarbeiterzahl liegt insgesamt bei 1800. Dabei ist das wichtigste Unternehmen eine
Fabrik zur Herstellung von Schienenfahrzeugen, die 1995 durch Adtranz neu gebaut
worden war und heute zum Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail gehört.


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Teilweise verwendete Literatur:  Ulrike Wahlich,  Die Borsig-Werke in Tegel.
Heimatmuseum Reinickendorf  -  Jaron Verlag  -  ISBN 3-932202-55-4

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Die ehemalige Produktpalette vor der "Zerschlagung" der
                                 "alten" BORSIG Werke
im Maschinen-, Kessel- , Apparate- und Modellbau,
der Stahlgießerei und Schmiede:


            Dampf- und Kühlmaschinenanlagen, Dampfpumpen
            Schmiedepressen (12.000 t), Manipulatoren
            Bearbeitung von Kurbelwellen für Schiffsdieselmotore (45 t)
            Bau von Höchstdruckkesseln, Kraftwerkbau                        
            Dampf-Turbinenbau, Schiffsdieselmotorenbau
            Absorptions-Großkälteanlagen            
            Kolben-Kompressoren / Kälte-Verdichter / Erdgas-Verdichter            
            Turbo-Verdichter, Kälteanlagen
            Kugelhähne für Erdöl- und Erdgasleitungen
            Getriebe-Turboverdichter,   u.v.m.

In den vergangenen Jahren wurde diese
Produktpalette stark reduziert,
da u. a. bei dem "Mutterkonzern Babcock AG" in Oberhausen gleiche
Fertigungsstätten (Konkurrenz) vorhanden waren und die damalige
 
"Insel West-Berlin" im "Westen" nicht unbedingt beliebt, bzw. logistisch
etwas schwer zu erreichen war
!
Solange es vom Staat Geld gab, ist man geblieben, nach Einstellung
der Zahlungen von "Berlinzulage" bzw. "Berlinhilfe" verließen die
 "netten Tierchen das sinkende Schiff".


Eingestellt wurde die Fertigung in der Stahlgießerei, dem Modellbau,
der
Schmiede sowie dem Kesselbau.

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Der
Maschinenbau wurde an den MAN-GHH Konzern verkauft.
Diese Produktionsstätten der
MAN Turbomaschinen AG befinden sich
noch auf dem Gelände und in den Hallen der
alten BORSIG Werke.

Aus nachvollziehbaren Gründen ist der Name
BORSIG im Juli 2002
aus dem ehemaligen Logo der
MAN Turbomaschinen AG GHH BORSIG
entfernt worden.
                              
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Die
Borsig-Kugelhahnproduktion für Hochdruck-Pipelines (bis 56 Zoll)
                
                      BORSIG/Schuck-Armaturen - Kugelhahn                    56 Zoll Kugelhahn      
 wurde 1996 an die
Fa. Schuck-Armaturen GmbH in Steinheim verkauft.
                                            
                             
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Wenn der alte August Borsig das wüsste, heute die Reste seines
Lebenswerkes sehen könnte, er würde sich im Grabe umdrehen !


Übrig geblieben
in Berlin-Tegel ist nur die Fertigung von Apparaten
für die chemische und petrochemische Industrie:

Abhitzekessel, Spaltgaskühler, Kratzkühler
und Spezialapparate,
sowie international tätige Dienstleistung im Bereich Industrieservice.

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Der Schriftzug Borsig befindet sich noch im Logo der ehemaligen
- Deutschen Babcock AG -, die mit dem alten Firmengründer
eigentlich nichts zu tun hatte !


Zitat aus dem Mitarbeiterbrief der
Deutschen Babcock AG in Oberhausen (NRW),

(Mutter-Konzern der BORSIG GmbH in Berlin-Tegel)
vom 22. März 1999, des Herrn Prof. Dr.-Ing Klaus G. Lederer.

Zitatanfang:


Auch unser Vorschlag, unser Unternehmen
Deutsche Babcock Aktiengesellschaft
in
Babcock
BORSIG Aktiengesellschaft
umzubenennen
,
wurde mit breiter Mehrheit angenommen.
Wir haben diesen Namen gewählt,
weil er die
Wurzeln des Unternehmens deutlich macht,
den Wandel im Konzern dokumentiert und unsere dann
unverwechselbare Eigenständigkeit
auf den internationalen Märkten
unterstreicht.

Zitatende

Nicht von
August Borsig - der geschickte, aber miese "Schach-Zug"
des Herrn Prof. Dr.-Ing Klaus G. Lederer und der BABCOCK AG.

Damit dann auch fast das ENDE der Traditionsfirma BORSIG ?!

- Oh weh, oh weh -


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Zur Website:
Verlorener Kampf um unsere Arbeitsplätze bei der
alten BORSIG GmbH in Berlin-Tegel

       
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Berichte über die Babcock und BORSIG Misere:
Aus Tageszeitungen von Februar 2002 bis   ENDE 2003,
hier anklicken.

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Anfang März 2008 verkaufte die Beteiligungsgesellschaft
"capiton AG"
für 350 Mio. Euro
BORSIG an den
malaysischen Energiedienstleister KNM,
eine malaysische Gesellschaft
, die Apparate für die weltweite
Öl- und Gasindustrie herstellt.

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